Über mich

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Hội An, Quảng Nam, Vietnam
Am 16.08.2009 werde ich für ein Jahr nach Vietnam in eine Stadt namens Hội An gehen (Fotos oben) und dort bei Reaching Out, einem Fair Trade Store arbeiten. Da die Stadt als Weltkulturerbe wirklich wunderschön ist und direkt am Meer liegt, ihr das also unbedingt sehen müsst ;) freue ich mich schon auf alle die mich dann dort besuchen kommen =)=).

Freitag, 13. November 2009

Irgendwann musste es ja passieren...

...jetzt hatte auch ich meinen ersten Unfall hier. Mir ist zwar nichts passiert, dafür habe ich aber den Zorn einer uralten Oma auf mich gezogen. Ich glaube sie hat mich verflucht - es waren böse Worte. Nicht zu vergessen der böse Blick. Aber verstanden habe ich nichts.
In einer Einbahnstraße stand ein Bus, ein anderer wollte daran vorbei. Er hat aber kaum durchgepasst, weshalb der Busfahrer sehr langsam und vorsichtig gefahren ist. Eine Motorradfahrer und ich waren hintendran, hinter uns wiederum ein Lastwagen. Der wollte aber nicht abwarten bis der Bus sich endlich durchgequetscht hat, sondern fuhr einfach immer weiter auf. Dass er auf mein Rad fuhr, mich nach vorne schob und dann umwarf war ihm aber egal. Schließlich bin ich ja eh nicht wirklich gefallen, nur auf eine sehr sehr alte Dame, die MICH jetzt hasst. Na danke.

25 Minutes Too Late

Mit diesem Ohrwurm muss ich jede Nacht einschlafen. Dauernd wird es gesungen und gespielt:'Boy I've missed your kisses all the time but this is twentyfive minutes too late. Though you travelled so far boy I'm sorry your are twentyfive minutes too late.' Ahhh.

Vietnamesen - ein neugieriges Volk

Immer wenn ich mir etwas gekauft oder schneidern lassen habe, wurde ich von anderen gefragt, wieviel das denn gekostet hat.
Innerhalb der letzten Woche habe ich dann meine Bankkarte verloren und bin deshalb gestern bei der VietComBank gewesen. Dort musste ich Unterlagen ausfüllen und auf einem Zettel die Geldmenge angeben, die ich gerne ausgezahlt bekommen hätte - schließlich dauert die Beschaffung einer neuen Karte 10 Tage.
Mein Kontostand hat den Vietnamesen drei Plätze weiter sehr interessiert. Der gereckte Hals hat nicht viel gebracht, das Aufrutschen auch nicht. Also hat er sich einfach mal neben mich gesetzt und alles genau durchgelesen. Als er fertig war, ist er wieder auf seinen ursprünglichen Platz zurück gegangen.
Im Geschäft angekommen wurde ich dann sofort gefragt, wieviel ich denn abgehoben hätte.
Und ich dachte schon die Leute, die sich beim Bankautomaten neben dich stellen oder an dich pressen um auch ja alles mitzubekommen wären neugierig.
Diesen Mittwoch haben wir mit dem Englischunter- richt für den Salesstaff angefangen. In unserer Küche war ein Stuhl zu wenig, also bin ich hochgegangen, um meinen zu holen. Na wollte mich begleiten um 'mir beim Tragen zu helfen'. Als sie aber einen Blick auf mein Zimmer erhascht hatte, ist sie wieder nach untern gerannt - ohne mir zu helfen. Als ich dann im Erdgeschoss ankam, sah ich gerade noch, wie sie unsere Kühlschranktür schloss - sie wollte wissen, was wir denn so auf Vorrat haben.
Neugierige Menschen hier.

Freitag, 6. November 2009

Pyjamaparty bei Reaching Out

Als der Fluss mal wieder über das Ufer getreten ist, haben Ni, Tinh, Vinh und ich im Laden übernachtet, um notfalls alles in das Dachgeschoss tragen zu können. Bevor wir und auf den ausgebreiteten Pappkartons zum Schlafen hingelegt haben, spielten wir noch Karten - die vietnamesische Version von 'Arschloch'. Das blöde war, dass der Verlierer nicht seine zwei besten Karten abgeben, sondern in einer doch sehr unbequemen Pose sitzen musste. Das wäre ja auch nicht so schlimm gewesen, wenn man nicht fast jedes Mal verloren hätte.
Als Vinh dann eine Tür öffnete, kam eine Maus herein, eine andere lief von der anderen Richtung auf uns zu und eine dritte sprang vom Tisch direkt neben mir. Sie waren riesig, nicht mal die Kanalratten aus Deutschland sind so groß! Jedenfalls nicht die, die ich gesehen habe.

Neue Eltern

Letztes Wochende verbrachten wir Hoi Aner mit Dominik, Jule und deren Kollege Dung in Hue, der ehemaligen Kaiserstadt. Dort besichtigten wir den Kaiserpalast, eine Pagode und fuhren noch am Fluss entlang, der Teil der Stadt, die mir am meisten gefallen hat.
Abends waren wir dann beim Inder, und es gab - wie du dir sicherlich vorstellen kannst, Semra - Palak Paneer mit einem Rooti. Danach sind wir dann von Dung in eine Disco gebracht worden. Ich glaube wir sahen etwas deplatziert aus, nicht nur wegen unseres Aussehens, auch wegen unserer Kleidung. Der Laden war voll von vietnamesischen Bonzenkindern, da wir als 'Westler' aber jedem Dresscode erhaben sind, wollte man uns sofort in die VIP Ecke führen. Wir lehnten ab und setzten uns wie die anderen auch auf Barhocker an Stehtischen und bekamen nach ewigem Hin und Her auch einige Getränke. Hierbei sollte erwähnt werden, dass es unmöglich ist, sein Glas auszutrinken. Hat man hier nämlich auch nur ein Paar Schlücke getrunken, wird einem schon nachgeschenkt!Ich habe es nicht mal bis zu Hälfte geschafft...Außerdem hatten wir zumindest die erste Zeit einen eigenen Kellner, der dauernd hinter einem stand. Und dies nicht nur für Bestellungen oder nachschenken, nein auch für ständiges Eiswürfel in das Glas geben. Bier wird hier nämlich nicht immer gekühlt.
Das eigentlich interessante war aber der Teil vor der Hinfahrt über den sagenhaften Wolkenpass. Anjali und ich hatten vorsorglich Eierbrote zum Frühstück gegessen und auhc noch eines für die Fahrt eingepackt. Das wäre allerdings alles nicht nötig gewesen, da unsere Schneiderin - über die wir den Bus gebucht hatten - uns wie Hänsal und Gretchen mästen wollte.
Aber erst einmal von vorne: Für sieben Uhr morgens waren wir zu ihr bestellt worden, um vom Bus aufgesammelt zu werden. Die kam aber - wie wir später feststellen mussten - erst eineinhalb Stunden später, was wiederum bedeuetete, dass wir frühstücken konnten. Ein abgekatertes Spiel, da außer uns jedermann bekannt war, wann der Bus komm sollte! So bekamen wir die traditionelle Nudelsuppe mit Rindfleisch und einem Brötchen. Ersteres aß ich nicht - ich bin jetzt bekannt als die Buddhistin, da muss man nicht so viel erklären - weshalb wir noch Mandarinen, Brötchen mit Butter und Zucker (die machen sogar Zucker auf Käsebrot, igitt), vier Flaschen Wasser und - wen wundert das noch - neue Taschen bekamen. Außerdem, am Rande, auch noch eine neue Mama und einen neuen Papa, nämlich die Eltern der Schneiderin. Zumindest glaube ich, dass es ihre Eltern sind.
Unsere 'Mama' hat dann 'Boyfriend Vietnam?' gefragt und auf unsere Antwort kam ein 'Good, otherwise Baby!'
Manoman...

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Agentin 00 auf geheimer Mission

Keines Bondfilms würdig, aber dennoch erzählenswert ist, wie meine Kolleginnen Ni und Na mich zu einer verlogenen Heuchlerin machen konnten, die arme Verkäuferinnen täuscht und vor nichts zurückschreckt - auch nicht vor Wirtschaftsspionage.
So geschehen gestern Abend von fünf bis sechs Uhr vietnamesischer Zeit. Da ich als 'Tourist' jeden hier ansässigen täuschen kann, machten wir uns auf, um in anderen Läden nach Produkten zu suchen, die auch in unserem Sortiment aufzufinden sind. War dies der Fall, so täuschte ich Interesse vor und fragte nach Preis, Farben, Herstellung und Verhandlungsmöglichkeiten. So richtig wohl habe ich mich dabei allerdings nicht gefühlt, da ich im Gegensatz zu meinen Kolleginnen immer ein bis zwei Verkäuferinnen um mich herum hatte, die sich sehr um mich bemühten. Ich habe nichts gekauft.
Küsschen an meine Freunde :*

Dienstag, 27. Oktober 2009

Von Tamara, Nonnen und der heiligen Jungfrau Maria

Heute habe ich meine erste Englischstunde gegeben. Um halb neun am Morgen fuhr ich zu den Nonnen und durfte soeur marthe, soeur marthe II., soeur therese und soeur marie unterrichten. Und ich muss sagen, dass ich begeistert war!
In dem kleinen Raum saßen die vier hinter einem Tisch, ich stand vor ihnen, im Rücken eine Tafel und Schwamm. Da ich nicht wusste, wieviel Englisch sie denn schon können, kam ich völlig unvorbereitet dort an und musste improvisieren.
Angefangen haben wir dann mit den Basics, wie zum Beispiel 'Hallo, wie geht es dir?' und 'Wie heißt du?' und so weiter...Die Übersetzungen der Wörter gab es auf Französisch, auch die Erklärungen bezüglich der Grammatik. Es war schon nicht einfach, das ganze auf französisch runterzuleihern, wenn man sich vorher nicht vorbereitet hat, aber immerhin verlerne ich es dann auch nicht!
Das schwerste für mich war der Übergang von einer zur anderen Sprache. Nachdem ich den Satz auf Englisch vorgesprochen hatte, habe ich oft vergessen die anschließende Erklärung auf französisch zu geben. Very confusing!
Es hat mir unglaublichen Spaß gemacht, weil die Nonnen sich so angestrengt und alles emsig mitgeschrieben und mit freudestrahlendem Gesicht auf mein 'How are you?' geantwortet haben. Tolle Schülerinnen!
Hihi, ein Kompliment habe ich auch bekommen 'Du bist so schön wie die Jungfrau Maria'. Ich konnte mir das Lachen nicht ganz verkneifen und musste daran denken, was wohl meine Kollegen dazu gesagt hätten...Vielleicht so etwas wie 'Nach einer Tonne Schokolade und mit Babybauch?'
Dicke Grüße aus der Tourimetropole,
eure Tamara