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Hội An, Quảng Nam, Vietnam
Am 16.08.2009 werde ich für ein Jahr nach Vietnam in eine Stadt namens Hội An gehen (Fotos oben) und dort bei Reaching Out, einem Fair Trade Store arbeiten. Da die Stadt als Weltkulturerbe wirklich wunderschön ist und direkt am Meer liegt, ihr das also unbedingt sehen müsst ;) freue ich mich schon auf alle die mich dann dort besuchen kommen =)=).

Dienstag, 23. März 2010

So klein ist die Welt...

...oder auch: Aaalex, was machst du denn hier?
Aber mal von vorne: Ein paar Tage vor Silvester saßen Anjali und ich in unserer Mittagspause am Fluss und unterhielten uns.
Auf meine Überlegung 'So viele Deutsche gehen nach Vietnam, fast alle haben einen Aufenthalt in Vietnam, eigentlich müssten wir ja mal jemanden treffen, den wir kennen' kam nur ein 'Naja, die Wahrscheinlichkeit, dass wir zur selben Zeit in der selben Straße sind ist doch eher gering', klingt ja auch einleuchtend.
Auf dem Weg zurück zur Arbeit, etwa fünf Minuten später, blieb Anjali mit einem 'Hallo' stehen und ich dachte erst, sie würde sich mit jemanden aus Hoi An unterhalten. Dann stellte sich aber heraus, dass es Familie von Eike aus der Umgebung unseres geliebten Heidelbergs war, die hier gerade ein paar Tage verbrachten. Anjali kannte sie durch ihren Ruderverein und...es gibt einen Gott!
Vor zwei Wochen hatten wir dann noch einen Gast in unserem Haus, der zusammen mit Basti herkam... Eigentlich wollte er nur mit Maharadscha ausreiten, weil das sein Vater so gewollt hatte, dann ist aber das Pferd durchgebrannt und er war ein paar Tage bei uns.
Dabei stellte sich heraus, dass er früher auf unsere Schule ging.
Wer erinnert sich an Alex von Falkenstein?

Vom Hupferle und anderen Seltsamkeiten

Vom 28. Februar bis zum 17. März bekam ich meinen ersten Besuch aus Deutschland, denn das Hupferle machte sich auf seine erste große eigene Reise.
Die Tage vergingen viel zu schnell, jetzt bin ich wieder alleine (naja, fast :D) und erwarte mit größter Vorfreude das Semrinchen, das hoffentlich keine Haare bei einer Zündelaktion verloren hat.
Ja, ein bisschen von den zweieinhalb Wochen hat Annika schon geschrieben, das äußerst delikate Ei lass ich deshalb mal außer Acht.
Leider hatte ich in der ganzen Zeit nur 5 Wochenendtage, den Rest musste ich arbeiten. Deshalb haben wir es leider nicht mehr auf Cham Island oder in den Bach Ma Nationalpark geschafft, sondern nur eine Museumstour und den Ausflug nach My Son gemacht.
Die folgenden Bilder sind in der Tempelstätte gemacht worden, die Ruinen waren zwar alle recht ähnlich, aber es gab auch Kunstgegenstände zu sehen oder Bomben aus Zeiten des Vietnamkrieges.
Vor allem die Natur war toll, es gab viele interessante Krabbeltiere und die Wälder waren so, wie ich es von Vietnam bisher nicht gewohnt war. Auf einem Bild ist der 'Katzenzahn' zu sehen, ein Berg, der seinen Namen durch sein Aussehen erhalten hatte.
In den Bruchstücken waren noch Menschen zu erkennen oder Elefanten (was Annika und ich natürlich erfolglos nachmachen mussten). Wie ach immer, wir haben beim Museen anschauen gemerkt, dass Kunst für uns viel interessanter ist.
In Galerien verbrachten wir unsere Zeit viel lieber, vor allem wenn dort Essen und Trinken angeboten wird=). Da Annika als erste Käuferin in die Geschichte einging, bekamen wir davon sogar reichlich. (Sie hat den Preis von 20.000 Dong sogar auf 40 Dollar hochtreiben können, jaja handeln muss gekonnt sein.)
À propos handeln: Wir sind darin sehr gut geworden, wenn ihr nicht gerade Bananen kaufen wollt, dann kann Annika euch gerne behilflich sein. Nun ja, man konnte ja schon etwas raushören, dass hiesige kulinarische Köstlichkeiten uns wahre Gaumenfreuden bescherten.
Zuerst muss ich sagen, dass ich Amy alles zeigen wollte, was ich mag, was ich mache, was für mich zum Alltag geworden ist.
Das heißt, wir mussten bis zu fünf Mal am Tag essen gehen, was wiederum unsere Mägen nicht so toll fanden. Zum Glück drohten sie erst dann zu platzen, als Annika wegflog, es ist also nochmal gut gegangen. Auf jeden Fall gab es Chè, Cao Lau, Brownies mit Zimteiscreme, verschiedene Törtchencreationen, Ei,Schleimtorellini, Eis und vieles, vieles mehr.
Morgens sind wir oft früh aufgestanden und zum Bäcker Windbeutel kaufen gegangen und haben uns damit dann in ein Café gesetzt, um 'Chan da' oder 'ca phe sua da' zu trinken. In der Mittagspause gab es meist etwas aus dem vegetarischen Restaurant, als Ersatz auch mal ein 'Banh Mi' oder wieder 'Chè'.
Annika möchte ja lernen, wie man letzteres zubereitet und ich hoffe sehr, dass es klappen wird. Manmanman, werde ich das Essen hier vermissen, die Unkompliziertheit wie man daran kommt, den Geschmack, die Köchinnen.
Passenderweise hatte Hoàn, Nas Ehemann Geburtstag, als Amy gerade zu Besuch war. Daher wurden wir, Annika, Anjali und ich zu ihnen nach Hause eingeladen, um mit anderen Kollegen und Familienmitgliedern zusammen zu feiern.
Geburtstage sind hier nicht so wichtig wie in Deutschland, daher gab es als Geschenke 'nur' Bier, eine Melone und obligatorische Socken. Das wussten wir allerdings nicht, weshalb wir uns etwas 'deutsches' überlegt hatten: Rolfs Zuckowskis 'Wie schön, dass du geboren bist' und 'Viel Glück und viel Segen'. Live performt, etwas peinlich. Aber es gab Applaus xD.
Wir sind früher gekommen als alle anderen, daher bekamen wir erst Melonen zum essen und halfen dann beim Stäbchen verpacken und Boden decken.
Das Essen wurde nämlich auf dem Boden serviert, bei ca 25 Leuten in diesem Haus gar keine schlechte Idee.
Die Mutter meiner Chefin brachte dann noch vegetarischen Essen für meine Freunde und mich vorbei und es war köstlich. Fast wären wir geplatzt. Mal wieder.
Mein Oberteil auf diesem Bild, (das mir übrigens sehr gut gefallen hat) vermisse ich seit Annika weg ist...
Fasst die Diebin!
Wir sind während Annikas Aufenthalt hier zu zwei verschiedenen Schneidern gegangen, bei der ersten wurde nur eines meiner Oberteile schön (das ist aber jetzt weg :D) weshalb ich mir das jetzt nochmal machen lassen muss...Manmanman, das wäre dann Nummer vier im Elefantenstoff, Amy hatt mir schon prophezeit, dass ich bald den Titel 'Die Elefantenfrau' bekommen werde. Die anderen Oberteile sind mir allerdings zu kurz, deshalb habe ich eines Annika geschenkt, dem Zwerg.
Ja und bei Nas Freundin hat alles wunderbar geklappt, das Kleid werde ich jetzt zu der Hochzeit einer Kollegin in einer Woche anziehen, das wäre dann Hochzeit Nummer drei. Wow, auf so vielen Hochzeiten wie hier war ich noch nicht mal während der letzten 19 Jahre.
Freie Tage verbrachten wir auch gerne am An Bang Beach, wo wir im La Plage frühstückten, auf Liegen lasen, uns unterhielten oder auch schwimmen gingen.
So ganz faul eben.
Wunderbar=).
Ich habe die drei Bücher meiner Cousine gelesen, so viele hatte ich in dem halben Jahr zuvor gerade mal geschafft. Die Bücherei ooder mein Buchladen fehlen mir hier doch sehr, nichts mehr mit jede Woche ein neues Buch. Es ist nicht so, dass es hier keine Buchläden gäbe, aber ich fange immer an zu lesen und oft ist es einfach nicht meins. Nach Angels and Deamons, einem Edgar Wallace Roman sowie The Time Taveler's Wife mache ich mich jetzt mal an Die Verwandlung von Kafka. Und dann habe ich noch One Hundred Years Of Solitude. Gabriel Garcìa Marquez. Man erinnert sich?
Und nun von Kultiviertheit zu vorpubertärem Teeniegequatsche. Das gabs nämlich auch, nach einem halben Jahr war natürlich viel nachzuholen, zu reden und vor allem zu lachen.
Dazu beigetragen haben auch diese Tatoos aus Deutschland, die in einen Lostopf geworden wurden. Jeden Tag sollte wir eines ziehen, dass dann auf den Knöchel draufgemacht werden sollte. Durchgehalten haben wir das aber nur einmal, schließlich waren wir nicht gerade glücklich mit unserer Wahl. Robert Pattinson, Taylor Lautner und Taylor Momsen mussten daran glauben oder eher gesagt wir...Nunja, wir hatten unsere Spaß, das zählt.
Damit Annika auch möglichst viel vom 'wahren Vietnam' mitbekommt (was in Hoi An ja gar nicht so einfach ist) haben wir auch relativ viel mit vietnamesischen Freunden gemacht. So waren wir mit Lan Anh Chè, mit Ni Schlange und mit Vinh und Lanh An beim Inder essen und danach noch Karaoke singen, wozu auch Na sowie deren Tochter Ni dazustießen.
Die singt schon wie eine ganz Große und ließ es sich nicht nehmen in die Mitte zu stürzen und eine vietnamesische Ballade für uns zu singen.
Sehr knuffig!
Danach sang gleich noch ihre Mama und gekrönt wurde der Abend mit einem unvergesslichen Song.
25 Minutes!
Jaja, ich muss sagen, dass diese zweieinhalb Wochen zusammen mit der Vorweih- nachtszeit die schönsten Tage meines Aus- landsau- fenthaltes waren, ich hoffe wirklich, dass sich die Zeit mit Semra, meinen Eltern und Simi sich da noch dazu gesellen kann.
Danke Annika, ich hab dich sehr lieb!

Donnerstag, 4. März 2010

Halb ausgebrütete Eier und andere Seltsamheiten

Überraschung, heute schreibt nicht Tamara einen lang ersehnten neuen Beitrag, sondern ihre elfengleiche blauägige und -blütige Freundin Annika. :)
Wer mich nicht kennt: Ich bin seit der 4. Klasse mit Tamara befreundet und froh, sie hier endlich besuchen zu können. Seit Sonntag mittag (vietsnamesischer Zeit) bin ich jetzt schon hier und habe in diesen paar Tagen schon einiges erlebt.
Ich weiß, man sollte sich in der Erläuterung seiner Erfahrungen immer steigern, wie bei einer guten Erörtung, bei der das letzte Argument den Kontrahenten entgültig aussticht, aber ich kann nicht so lange an mich halten und frage euch somit: Habt ihr zufällig einmal die Reportage von Galileo gesehen, in der die 10 abnormalsten Speisen der Welt vorgestellt wurden? Ohne es beabsichtigt zu haben, habe ich hier die damals zweit platzierte Speise probiert.
Alles fing eigentlich ganz harmlos an: Tami und ich wollten bei einer der unzähligen Köchinnen am Straßenrand etwas essen. Wir waren auf der Suche nach "schleim-Tortellini" und fragten eine Kochfrauen, was sie denn verkaufe. Leider gab es keine besagten Schleim-Tortelini, dafür bot sie uns "dark egg" oder "Sojabohnen-Irgendwas" an. Ich entschhied mich für das "dark egg" und wunderte mich noch, wieso ich einfach ein Ei in einem Eierbecher mit einem Löffel bekam. Nun gut, frohen Mutes schritt ich zur Tat und klopfte behände die oberste Schale des Eis ab. Schon floss mir eine braune Flüßigkeit entgegen, die mich stutzen ließ, aber immerhin den Namen dieses besonderen Eis erklärte. Nach einem Blick ins Innere, fiel es mir wie Schuppen von den Augen und die Bilder der Galileo-Reportage liefen vor meinem inneren Auge ab, wie es immer von todgeweihten Personen beschrieben wird:
Diese besondere Ei war ein befruchtetes und halb ausgebrütetes Ei. Man konnte das Küken darin schon erahnen! Es drehte sich mir wirklich der Magen um - war ich doch erst seit wenigen Monaten kein Vegetarier mehr. Mutig nahm ich einen Löffel und stopfte ihn mir in den Mund, während die Kochdamen mich neugierig beäugten. Kauen, schlucken. Der erste Schritt war getan, ich hatte es probiert und es war nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte. Doch schon der nächste Löffel, sollte mir das Gegenteil beweisen: Ich biss auf etwas hartes und es knirschte gräßlich zwischen meinen Zähnen, vielleicht waren das schon Ansätze der KNOCHEN! Fieberhaft überlegte ich wie ich dieses Ei des Grauens wieder verschwinden lassen konnte, doch es gab kein Entkommen. Also stellte ich das Ei auf den Tisch, Tamara bezahlte ihr Sojamilch (Hätte ich doch bloß auch Sojamilch genommen!!) und ich mein Ei und wir machten uns mit flauem Magen, aber um eine Erfahrung reicher, auf den Heimweg.
(Platz eins bei Galileo war übrigens, soweit ich mich entsinne, der Blutpudding aus Schweden. Guten Appetit!)

Freitag, 19. Februar 2010

Halbzeit, Geburtstag & Nha Trang

Ein halbes Jahr ist nun vorbei, das haben wir allerdings nur indirekt gefeiert. Denn das ganze viel nämlich zusammen mit Anjalis Geburtstag, in den wir selbstver- ständlich hineinfeierten.
Sara, Adrian, Fabi, Anjali und ich aßen zuerst im Cargo zu Abend und gingen dann ins Before and Now, um dort Mitternacht entgegen zu fiebern.
Geschenke gab es natürlich auch, einen Gutschein für neue Schuhe und ein Bild zur Dekoration des doch sehr grünen Zimmers.
Xin chaò und viele liebe Grüße aus dem mal anderen Touristenort.
Gut, nur der erste Satz kommt wirklich aus Nha Trang, jetzt ist schon wieder einen Monat später und endlich hat sich die faule Sau an ihrem freien Tag ein wenig Zeit genommen, um den elf Worte langen Beitrag zu verlängern.
Ja, wie man sich denken kann, hatte ich über das vietnamesiche Neujahr eine Woche Ferien, von denen ich drei Tage in Nha Trang verbracht habe.
Zu völlig überteuerten Preisen war ich in einem Schlafbus dorthingefahren, um fünf Uhr angekommen machte ich mich dann alleine auf Hostel Suche.
Aus dem Reiseführer hatte ich mir das Backpackers Hostel rausgesucht, als ich dann allerdings ankam, wollte mir noch niemand die Türe öffnen - es war zu früh.
Später sagte man mir dann, dass es keine freien Zimmer gäbe, also machte ich mich in allen Hotels in der Umgebung auf die Suche nach einem freien Zimmer, am besten einem Schlafsaal. Über Tet hatten allerdings wohl viele das gleiche Ziel, deshalb hatte ich auch nach drei-stündiger Suche keine Schlafstätte gefunden.
Letztendlich bin ich dann wieder in das erste Hostel zurück und habe gefragt, ob ich nicht warten könnte, bis jemand abreist. Das hat nicht geklappt, aber dafür durfte ich auf einer Matraze im Abstellraum übernachten, zusammen mit ein paar anderen. Das war gar nicht mal schlecht, vor allem weil ich mit Getränk und Frühstück inklusive nur fünf Dollar bezahlen musste (die Preise über Tet waren auf ca 20 Dollar pro Nacht angestiegen - im billigsten Hostel).
Den ersten Tag habe ich dann am Strand verbracht, den zweiten mit einem langen Spaziergang, bei dem ich die Cham-Türme und eine Pagode besucht habe und den dritten mit einer Schnorcheltour.
Der zweite Tag war eigentlich der schönste - hätte ich nicht meine Sonnencreme vergessen. Nunja, vorbei.
Leider hatte das Alexandre Yersin Museum wegen Tet geschlossen, ich hoffe, dass diejenigen, die noch dort hingehen werden ein paar Fotos machen.
Das hätte mich nämlich echt interessiert...

Sonntag, 14. Februar 2010

Tết Nguyên Đán

Den Samstag, der letzte Tag des neuen Jahres begannen Anjali und ich wie üblich schon vor sieben Uhr am Morgen und - oh Wunder - machten eine Stunde Tet Putz.
Danach gingen wir aber schnell zum Bus, um noch nach Da Nang zu kommen, um dort in der Metro deutsche Süßigkeiten als Tet Einladungsgeschenke zu erwerben.
Vielleicht erinnert sich ja noch jemand an meine letzte Busgeschichte und den Schwur, nie wieder in dieses mittelalterliche Gefährt mit den kleinen Machogeldeintreibern zu steigen?
Naja, wir haben dazugelernt, verhandeln inzwischen knallhart auf vietnamesisch :P.
Und haben diesmal für Hin- und Rückfahrt 20.000 VnD und nicht einmal 20.000 und das andere Mal 40.000 VnD gezahlt.
Ein anderer Grund für die Fahrt nach Da Nang war der Künstlerladen. Da wir allerdings keine Ahnung hatten, wo dieser ist und der Weg sich letztendlich doch länger als gedacht erwies, mussten wir ein Taxi nehmen, um dann schließlich - vor geschlossener Tür zu stehen. Die meisten Geschäfte haben am letzten Tag des Jahres geschlossen.
Sauer und enttäuscht (hätten wir das gewusst wären wir wahrscheinlich nciht nach Da Nang gegangen) schrien wir 'Warum in Richtung Himmel' und rüttelten verzweifelt an der Tür. Und Gott erhörte uns.
:P
Der Besitzer öffnete und bespannte mir sogar meine Leinwände! Als wäre das nicht genug, brachte er uns sogar noch mit dem Motorbike zur Bushaltestelle, die wir wohl nicht so schnell gefunden hätten.
Danke!
Jetzt habe ich mir ein neues Bild ausge- sucht, das Cover von
TIN- TIN AU VIET- NAM, bis auf den Hinter- grund und die Schrift ist aller- dings noch nichts fertig. Außer- dem ist mir ein großes peinliches Malheur passiert, mit dem ich mich wohl wunderbar in das Land der lustigen Wortinterpretationen eingliedere. Statt LES AVENTURES DE TINTIN steht da jetzt LES ADVENTURES DE TINTIN.
Gut, dass ich die Entschuldigung habe kein Französisch zu sprechen.
N'est-ce pas?

Chúc Mừng Năm Mới 2010

Ein frohes neues Jahr und schöne Tet Ferien wünsche ich euch!
Ich habe seit Samstag neun Tage frei, die ich ab Mittwoch in Nha Trang verbringen werde. Aber erst einmal zu Silvester die Zweite:
Vorgestern Abend gab es in der Altstadt am Fluss ein großes Feuerwerk. Man hat wegen dem ganzen Rauch, der das begleitet hat zwar nicht soo viel gesehen, aber gut.
Es war nicht nur voller Touristen, sondern auch Einheimischer,die -endlich auch einmal- in den Restaurants des Zentrums saßen(obwohl die Preise !verdoppelt! worden waren).
Man konnte Kerzen in Blumenbötchen kaufen, die man dann in den Fluss legte, der wirklich wunderschön war.
Ja, das Jahr des Wasserbüffels ist zu Ende, die Ära des Tigers ist da.
Na sagte, dass sie gerne noch ein Kind bekommen würde, aber nicht im Jahr des Tigers, da der zukünftige Partner es dann vielleicht nicht heiraten wollen könnte. Jaja, die Ehe...Und daran wird schon gedacht, bevor überhaupt mal ein Embryo da ist :D.
Nach Neujahr fängt das Tet Fest an, die ersten drei Tage des neuen Jahres sind hier sehr wichtig. So wird beispielsweise das Haus zuvor geputzt, während Tet sollte das nämlich nicht gemacht werden, weil das sonst kein gutes Jahr wird. Außerdem muss man immer ordentlich gekleidet sein, ich bin also dauernd mit geschneiderten Röcken und Kleidern unterwegs.
Auf den Straßen stehen hunderte Verkäufer, in dem Video sieht man Hoi Ans Straße zum Cua Dai Beach:

Ganz wichtig ist in dieser Zeit die Familie, vor allem am ersten Tag. Man dekoriert das Haus, kocht traditionelle Gerichte, isst miteinander und singt Karaoke - was auch sonst.
Von allen Seiten wurde uns immer gesagt, wie toll das Fest in den Familien sei und dass wir das unbedingt erleben müssten.
Aus diesem Grund habe ich mich sehr über die Einladung meiner Kollegin Vình gefreut.
Gestern holte sie mich ab und wir fuhren zuerst zu Reaching Out. Ni und Na arbeiteten, obwohl der Laden eigentlich für sechs Tage geschlossen werden sollte.
Auf jeden Fall haben wir ihnen eines frohes neues Jahr gewünscht und sind dann zu Phương gefahren, die früher auch mal dort gearbeitet hat. Sie kann sehr gut Englisch und ist ein unglaublich aufgeweckter, fröhlicher Mensch und hat uns dann auch gleich zum Essen eingeladen. Zu Tet gibt es zwei wichtige Gerichte, die einmal die Erde und einmal den Himmel symbolisieren. Ich habe den Namen vergessen, aber...es gab die Erde ;-).
Danach sind wir drei in ein schönes Café etwas außerhalb gefahren, wo dann noch zwei Freunde von Phương dazustießen.Dort habe ich ihr 'Lì Xì', Lucky Money gegeben. Das sind einfach 5000 VnD, die man in einen kleines roten Tet Umschlag steckt. Der Geldschein muss allerdings neu sein und soll an alle verteilt werden, die man mag, damit sie im neuen Jahr Glück haben. Sie bekam auch einen ganz besonderen Umschlag. Es stand nicht etwa 'Happy Tet' oder 'Happy New Year' darauf, sondern 'Happy Near'.
Yeah!
Das kann sich dann zu 'Satifaction', 'Amani', 'Dificullter' und diversen anderen Neuschöpfungen dazugesellen.
Dann hat Vình mich gefragt, ob ich denn noch zu ihr nach Hause mitgehen möchte. Da habe ich natürlich ja gesagt, weil ich auch ihre Familie gerne kennenlernen wollte. Erst saßen wir zusammen am Tisch und haben Tee getrunken und Sonnenblumenkerne gegessen, danach sind wir in die Küche gegangen, wo das Essen mitten auf den Boden gestellt worde.
Wir setzten uns außenrum und aßen bành xéo, vietnamesisches Reispapier, in das Gemüse, cao lao oder andere Kleinigkeiten einwickelt werden und das dann in Sojasoße getunkt wird. Ich bekam dann die Coladose, die ich auf zwei kleine und zwei große Gläser aufteilen sollte. Das machte ich auch und gab zuerst den beiden Frauen die großen Gläser, gab dem Mann ein kleines und behielt das andere kleine für Vình und mich. Die sagte dann, dass man hier nach dem Alter ausgibt, ich hoffe also niemand war beleidigt. Ich denke aber nicht, weil ich dann erklärt habe, dass man in Deutschland zuerst an Frauen denkt.
Danach gab es nochmal Tee mit traditionellen Tet Süßigkeiten und dann wurde ich auch schon nach Hause gebracht, wo ich noch ein Dankeschön für meine Kollegin und deren Familie überreichte. Hier sind das wohl entweder Geld, Blumen, Süßes oder Obst (vor allem Schneewittchenäpfel). Von mir gab es dann Alpenliebe Bonbons aus der Metro, Kokosnussgelee, Schokolade und Äpfel (Ich muss hier erwähnen, dass Tet Äpfel unglaublich teuer sind, es waren fast zwei Euro für vier Stück, verhältnismäßig kann man das den Käsepreisen hier gleichsetzen-.-).
By the way: Ich vermisse Käse!

Sonntag, 31. Januar 2010

!:.Im Land der 1000 Elefanten.:!

Nach unserem Zwischenseminar in Hanoi fuhren Anjali und ich nach Laos um uns bei dem ersten Urlaub seit fünf Monaten zu erholen. Nach Vientiane standen Luang Prabang, Vang Vieng und Paksé auf dem Programm, hier mal ein paar Fotos:
Obwohl es wegen der kurzen Zeit Power- Sightseeing war, hatten wir eine Menge Spaß. Erster Stop für eineinhalb Tage war Laos Hauptstadt, Vientiane. Diese überraschte uns sehr, da sie das absolute Gegenteil von Hanoi ist. Es gab mehr Autos als Motorbikes, wir bewegten uns nur via Tuk-Tuks, wurden nicht einmal ansatzweise nur angefahren.
Das Highlight war wohl ein Laden, der selbstgemachte Dinge wie Kleidung, Schmuck und Souvenirs verkauft und in dem Anjali und ich uns zuerst mal eingedeckt haben. Ansonsten hat uns die Stadt nicht so sehr gefallen, das lag aber vielleicht auch daran, dass wir nicht an den 'tollen' Plätzen waren, die Touristen oft verschlossen sind...Wer weiß.
Am Samstag ging es dann nach Luang Prabang, diesmal mit dem doch unkomfortableren Sitzbus. Als wir morgens um vier Uhr ankamen, bot sich uns ein interessanten Bild, wenn auch klischeemäßig: Die Monk, Mönche in orangefarbenen Kutten gingen gerade die Straße entlang, wo sie Essen von am Srtaßenrand sitzenden Frauen in ihre Schüsseln gelegt bekamen.
Ich stelle mir das furchtbar vor, wenn man kein Eigentum haben darf und deshalb jeden Morgen so früh aufstehen muss, um sich mit einem Tagesbedarf einzudecken. Vor allem wenn man sich nicht aussuchen darf, was man essen möchte.
SKAT wird wohl niemals ein Monk...Ja, so siehts aus.
In dieser wunderschönen Stadt, die direkt am Mekong liegt und sich vor Tempeln kaum retten kann verbrachte ich zwei Tage. Unsere Unterkunft war das Mano Guesthouse, in dem es uns ausgesprochen gut gefallen hat. Für 8 $ wohnten wir wir in einem Doppelzimmer mit zwei großen Betten, vielen Dekoartikeln mit Elefantenmuster und eigenem Badezimmer.
Auf den ganztägigen Spaziergängen konsumierten wir nicht nur zahlreiche Fruchtshakes (die nicht ganz so gut wie die in Hoi An sind), sondern trafen auch eine Menge Fabelwesen an. Dazu gehörten nicht nur Plastiken, sondern auch die Tiere der Wandmalereien in einem Großteil der Tempel.
Im Gegensatz hierzu stand die Moderen, vor allem die Technik. So sah man zum Beispiel einen Monk mit Handy in der Hand, ob es jedoch von der Marke 'Sumsung' war, ist nicht sicher.
Luang Prabang war aber nicht ganz so westlich wie die Haupstadt zuvor, es überwiegten wieder die Motorbikes. Allerdings gab es auch hier eine gewisse Straßenverkehrsordnung, an die man sich hielt.
Besonders toll fanden wir den l'Etranger, einen Buchladen, der in der zweiten Etage Filme zeigt, zu denen man auch etwas zu Essen und Trinken bekommt.
Immer wenn wir mit dem Bus am Bahnhof ankamen, warteten dutzende Tuk-Tuk Fahrer auf uns, die uns zu horrenden Preisen ins Zentrum fahren wollten.
Tuk Tuk Tuk, die Tuk-Tuk Bahn, wer will mit ins Zentrum fahren.
Alleine fahren mag ich nicht, drum nehm ich mir die Anjali mit.
Es war nicht gerade sonderlich bequem, am am unerfreulichsten war, als der Tuk-Tuk Mann meinen Rucksack in eine riesige Alkohollache gestellt hat. Mein an den Rucksack geschnallter Pulli (der, den man nicht waschen darf, sondern zur Wäscherei gebracht werden muss) roch wunderbar.
Eklig.
Wir kamen uns irgendwie blöd und ignorant vor, weil wir nicht einmal nach den Preisen fragen konnten. Es ist ein schönes Gefühl wieder in Vietnam einen Kaffee bestellen zu können, ohne mit Händen und Füßen erklären zu müssen was man haben möchte.
Wir haben uns gefragt, ob es denn einfacher ist vietnamesisch oder laotisch zu lernen. Die Schrift der letzteren Sprache ist ja schon 'etwas anders', aber ist sie vielleicht trotzdem gut zu lernen?
Das wäre wahrscheinlich recht geschickt, vor allem im Bezug auf die Straßenschilder, die nicht gerade touristengerecht sind.
Um die Tage wirklich voll ausnutzen zu können, bestellten wir beispielsweise einen Tuk-Tuk Fahrer für sieben Uhr am Morgen, der uns zu einem vietnamesischen Tempel und einem Wasserfall bringen sollte. Unser französischer Reiseführer sprach zumindest von 'cascade', gefunden haben wir ihn allerdings nicht. Deshalb sind wir zwischen den Häusern die Büschung runtergewandert um zum Mekong zu kommen. Dort gab es viele sandbankartige Erhöhungen im Fluss, um also zur Fähre zu kommen, mussten die Bewohner durch das Wasser waten.
Es war wirklich schön dort, nur die Bagger haben der Idylle nicht so sonderlich gut getan. Hoffentlich werden keine Hotels in dieses 'Einheimischengebiet' gebaut.