Über mich

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Hội An, Quảng Nam, Vietnam
Am 16.08.2009 werde ich für ein Jahr nach Vietnam in eine Stadt namens Hội An gehen (Fotos oben) und dort bei Reaching Out, einem Fair Trade Store arbeiten. Da die Stadt als Weltkulturerbe wirklich wunderschön ist und direkt am Meer liegt, ihr das also unbedingt sehen müsst ;) freue ich mich schon auf alle die mich dann dort besuchen kommen =)=).

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Fröhliches Backen!

Gut, ich gebe zu, dass ich in letzter Zeit etwas schreibfaul war und auch hier beim Datum geschummelt habe...Nichtsdestotrotz: Ein bisschen von unseren Hoi Aner Weihnachten.

Da meine Päckchen mit Plätzchen natürlich nicht rechtzeitig angekommen sind, lies Anjali sich einige Rezepte schicken, die wir bei Quyen zu Haus ausprobieren wollten (wir haben ja keinen Backofen).
Am Sonntag vor Weihnachten gingen wir also mit Jonas und Basti zu ihr und begannen unsere -nunja- Meisterwerke.
Da der Teig der Bärentatzen so flüssig war, dass man keine Plätzchen daraus formen konnte füllten wir alles in ein Backblech und herauskam ein herrlich schokoladig-nussiger Kuchen. Immerhin.
Unsere Vanillekipferl schmeckten aber gar nicht gut, dank der salzigen Margarine merkte man vom Vanillinzucker überhaupt nichts. Auch die Bärentatzen entsprachen nicht ganz unseren Erwartungen, lediglich die Ausstecherle konnten als solche erkannt werden.
Aber wie sollte das auch besser gehen in einem Land, in dem wir nicht alle Zutaten in einem riesigen Supermarkt finden konnten und Walnüsse durch wenige Gramm Cashewnüsse ersetzen mussten.

Um unsere Plätzchenschale also ein bisschen aufzubessern für ich am Morgen des 24. also zu einer Bäckerin, die für 1.500 VnD Windbeutel und Muffins verkauft. Es hatten aber wohl auch andere diese Idee und so ging ich um 9 Uhr morgens! leer aus.
Es gab Abends also salzige Plätzchen mit Supermarktmuffins und Eisbechern, was aber letztendlich gar nicht so schlimm war, da nach dem Besuch beim Inder sowieso keiner mehr Hunger hatte. Ich zumindest nicht.

Samstag, 26. Dezember 2009

Freitag, 25. Dezember 2009

Freitag, 11. Dezember 2009

Maria durch ein Dornwald ging

Kyrie-eleis
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieb´n Jahr kein Laub getragen.
Jesus und Maria

Was trug Maria unterm Herzen?
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen.

Da hab´n die Dornen Rosen getragen,
als das Kindlein durch den Wald getragen,
da hab´n die Dornen Rosen getragen.

Nachdem ich meine Wiehnachtsgeschenke für Deutschland schon vor drei Monaten verschickt habe, machte ich mir in der letzten Zeit Gedanken, was denn meine Freunde hier bekommen könnten.
Zurzeit bin ich noch ziemlich planlos, aber so langsam fallen mir schon ein paar gute Ideen ein. Darüber kann ich jetzt aber noch nicht schreiben, vielleicht ist ja eine davon für zum Beispiel Anjali bestimmt und sie liest das noch?
Zwei Geschenke sind schon fertig, ein Tischset aus Leinen, auf das ich mit Acrylfarbe einen Dino gemalt habe und Maria mit dem Jesuskind auf Leinwand - für Nonnen und Pfarrer.
Manmanman, man könnte nach dem was ich hier alles schreibe wirklich denken, ich wäre ein unfassbar religiöser Mensch.
Nunja.
***
**
*

Mittwoch, 9. Dezember 2009

I wear my sunglasses at night...

Als ich Montag Morgen aufgewacht bin und meine Augen nicht wirklich öffnen konnte war gleich klar, dass ich zum Arzt gehen musste.
Zum Glück war ich nicht die einzige mit Wehwehchen.
Anjali und Sara hatten schon Tage zuvor Termine im Krankenhaus ausgemacht, da Sara nicht gut laufen kann durften sie sogar ein Taxi nehmen. Zum richtigen Tag also bin auch ich krank geworden und mit riesiger Sonnenbrille à la Audrey Hepburn nach Da Nang ins Krankenhaus mitgefahren...
Im Supermarkt kam ich mir mit der Brille schon dämlich vor und auch in der Abenddämmerung auf dem Markt. Aber ein Bild für die Götter muss es gewesen sein, als wir nachts mit Feuerholz an den Strand gefahren sind, um gemütlich am Lagerfeuer viele viele Süßigkeiten zu verschlingen - mit Sonnenbrille. Natürlich.

Fahrradgeschichten. Mal wieder.

Auch wenn ihr ihrer bald müde werdet - Es gibt Neuigkeiten:
Elias, der gerade bei uns wohnt, hat sich die letzten Tage mein Fahrrad ausgeliehen, um damit zum Strand zu fahren.
Heute morgen komme ich dann die Treppen runter und sehe einen Drahtesel neben dem Motorrad stehen.
Zuerst habe ich mir gar nichts bei dem lilafarbenen Sattel gedacht, als später aber nur noch dieses Rad da stand, Elias und ich aber zu Hause waren habe ich mir schon Gedanken gemacht. Das Modell ist ja das gleiche, aber diese Farben und - der intakte Korb...
Nachmittags habe ich Elias dann angerufen, er fuhr an den Strand und fand heraus: Das Fahrrad gehört Sam, der Besitzerin vom La Plage. Er hatte gestern beim Nach Hause fahren das falsche Rad mitgenommen und nicht bemerkt.
Schade würde meine Mama wohl sagen. Lila...

Es weihnachtet...

...nicht.
Es ist heiß, ich bin krank, ich habe keine Plätzchen. Ja, so siehts derzeit aus. Außerdem bin ich auch sehr schreibfaul und male lieber (erstes Bild ist fertig=)), dass ich überhaupt etwas schreibe habt ihr Oli zu verdanken.
Aber womit anfangen? Ich habe schon wieder soviel vergessen was ich getan habe. Seit einem Monat steht nichts mehr Neues in meinem Reisetagebuch.
Aber gut, ich werde mit der Kirche anfangen: Ich wurde eingeladen ein Fest mit den katholischen Vietnamesen zu feiern. Also bin ich gleich nach der Arbeit zur Kirche gefahren, die Messe hatte allerdings schon angefangen. Deshalb stand ich dann einfach an der Tür, als Ausländer zwischenrein zu stürmen wäre ja vielleiht etwas zu dreist gewesen - ich weiß ja nicht wie das hier so ist.
Nach einer halben Stunde - die ganze Zeit war ein kleines Mädchen um mich rum gehüpft, das meine Bürste aus meiner Tasche 'gestohlen' hatte - wurde ich dann von einem Mann reingebeten. Frauen und Männer saßen auf getrennten Seiten, die Frauen links und Männer rechts. Hat Frau Knopf uns nicht erzählt, dass das in St. Leon-Rot auch noch so ist und dass die linke Seite die des Teufels ist? Ich weiß es nicht mehr.
Mir wurden beide Seiten angeboten, nur mal so nebenbei.
Ich war der größte Mensch im Gebäude, die Einzige ohne schwarze oder graue Haare und wahrscheinlich auch die Einzige, die kein Wort verstanden hat.
Während der Messe setzte sich die Mutter meines Kollegen neben mich und sagte: 'An' - Essen. Da der Pfarrer schon bei der Einladung von einem Essen gesprochen hatte verstand ich und nickte, woraufhin ich dann in den Hof geführt wurde. Dort standen viele Tische, reich bepackt an Essen oder besser - reich bepackt an Fleisch. Extra für mich wurde dann Brot, Obst und Gemüse geholt, außerdem durfte ich zwischen Pfarrer, den Nonnen und einem ziemlich gut französisch sprechenden Mann sitzen. Das ist schon seltsam, dass die alle besser Französisch als Englisch beziehungsweise nur Französisch reden, aber gut, dafür bin ich ja zur Schule gegangen=).
Außerdem durfte ich auch meine Italienischkenntnisse in Erinnerung rufen, als ich nämlich zum Schluss zum Tor gebracht wurde saß dort ein Italiener, der den Pfarrer wohl irgendwie kannte oder so...
Was ich recht unangenehm fand war, dass als Pfarrer und ich die Treppe zu den Tischen hochgelaufen sind applaudiert wurde und ich dann aufstehen musste als von mir die Rede war. Einer wollte, dass ich mich vorstelle, aber das musste ich dann doch nicht. Hätte mich schließlich eh fast niemand verstanden.
Das Problem ist halt, dass der Pfarrer wohl gesagt hat, dass Anjali und ich uns um Spendengelder kümmern - wir wissen doch aber noch gar nicht ob das klappt!
Auf jeden Fall wurde mir dann ein Lied gewidmet, das einzige auf Englisch. Man, konnte die Frau singen!
Am ersten Advent waren wir dann wieder in der Kirche, morgens um halb sechs. Schließlich mussten wir danach arbeiten...
Jetzt gehen wir aber erst wieder am vierten Advent und zu Weihnachten, schließlich verstehen wir sowieso nichts!
Aber das Vater unser lernen wir noch auf Vietnamesisch.
Amen.

Freitag, 20. November 2009

Sesam öffne dich!

Da ich gerne Malen würde um meine Wände zu verschönern, hat meine Chefin mich am Mittwoch mit nach Da Nang genommen, wo ich für 800.000 VD Leinwände, Acrylfarben, Malpaletten, Pinsel, Blöcke und Aquarellstifte kaufte.
Wir sind mit dem Auto gefahren worden, hatten also viel Zeit uns zu unterhalten. Sehr schön fand ich die Geschichte, wie ihr Sohn Sesame zu seinem Namen kam:
Quyen und ihr Mann waren schon fünf Jahr verheiratet, bis sie ein Kind bekamen. Für sie war es ein kleines Wunder, deshalb sollte es auch einen besonderen Namen bekommen.
Dank Alibaba und den 40 Räubern hat er den nun auch.
Danach wurde ich noch zu einer vegetarischen Nudelsuppe eingeladen und bin schließlich noch den Rest des Tages arbeiten gegangen.
Eine schöne Abwechslung, dieser Tag.
Das Bild ist mein erster Versuch hier, Mutter und Kind II von Gustav Klimt - frei interpretiert natürlich.

Vietnam?

Von den vietnamesischen Reparaturmöglichkeiten sollten sich auch mal deutsche Handwerker eine Scheibe abschneiden. Ist es doch tatsächlich viel billiger ein undichtes Rohr mit Klebeband abzukleben. Unser Wasserhahn ist immerhin dicht, genauso das Abflussrohr. Kosten? Irgendetwas zwischen nichts und wenigen Cents.
Das Ganze kann aber natürlich auch einmal schief gehen, wenn zum Beispiel das Waschbeckenrohr einfach mal abfällt.
Hautsache billig.

Teachers' Day

Heute ist vietnamesische Tag der Lehrer. Eine wahre Freude wäre das auch für die deutschen Kollegen, denn jeder Schüler bringt Blumen oder Geschenke mit. Nicht nur meine Kollegin hat während der Arbeitszeit ein Paket in Geschenkpapier eingewickelt, am Straßenrand standen auch viele viele Stände, an denen Blumensträuße verkauft wurden. Auf meinem Weg zur Arbeit hatten die Kinder, die auf Motorrädern zur Schule gefahren wurden alle kleine Pakete oder Rosen in der Hand. Es ist schon komisch, das hat ja fast größere Ausmaße als der Mutter- oder Valentinstag in Deutschland!
Auch ich habe ein Geschenk bekommen. Soeur Marthe, Marthe II, Marie und Therese haben mir eine rote Rose und eine Tasche geschenkt. Ich wusste vorher noch nicht einmal was von diesem Tag und war daher sehr überrascht - und gerührt. Sie sind einfach zu nett zu mir. Als Soeur Marie zu mir sagte, dass sie sich immer sehr auf den Englischunterricht freut, habe auch mich mich sehr gefreut, sogar noch mehr als über den frisch gepressten Orangensaft, den ich immer bekomme, wenn ich bei ihnen bin.

Montag, 16. November 2009

7.866.000 Sekunden, 131.100 Minuten, 2.185 Stunden, 91 Tage oder auch 3 Monate...

bin ich nun in Vietnam. 5.466.800 Sekunden, 90.780 Minuten, 1.513 Stunden oder auch 63 Tage davon in Hoi An.Und die Zeit verging so schnell, ich bin wirklich gespannt wie das die nächsten neun Monate aussehen wird...
Mir ist aufgefallen, dass ich noch gar nicht wirklich geschrieben habe, wie denn so eine Woche hier für mich aussieht...Nach drei Monaten wird es also mal wirklich Zeit.
Ich habe jetzt neue Arbeitszeiten bekommen, soll nämlich von zehn Uhr bis sechs Uhr abends arbeiten, auch Sonntags. Ich durfte mir zum Samstag einen weiteren freien Tag aussuchen, habe mich aber noch nicht entschieden. Das liegt vor allem daran, dass ich ja zurzeit sechs Tage die Woche arbeite um Ferientage zu sammeln...
Am Montag kommen Ni, Na, Tinh und Nas Freundin um sieben Uhr 30 vorbei, um eine Stunde Englisch zu lernen, genauso mittwochs und freitags. Dienstag und Donnerstag von acht Uhr 30 bis neun Uhr 30 gehe ich dann zu den Nonnen und lerne ebenfalls Englisch, Montag und Mittwoch Abend lernen Quyen und ich eine Stunde Deutsch und Vietnamesisch. Zwischendrin arbeite ich noch im Laden, verkaufe, führe Touristen durch den Workshop, wiege die Produkte aus dem Onlineshop (damit Kunden wissen wieviel Porto sie bei einer Bestellung bezahlen müssen) oder schreibe Sponsorship Forms. Letzteres hat besonders viel Spaß gemacht, denn gerade haben wir zwei Auszubildende, Cuc und Trang. Cuc kann nicht hören und deshalb mussten meine Fragen erst in Zeichensprache übersetzt werden, bevor ich den Text über ihr Leben schreiben konnte. Gerade bin ich dabei, die Formulare ins Deutsche zu übersetzen, da 'Eine Welt Läden' sie dann auslegen können. Eine Kundin arbeitet dort nämlich und zeigte sich sehr interessiert an einer Zusammenarbeit.
Des Weiteren muss ich mich jetzt noch um Sponsoren für die hiesige Kirchengemeinde kümmern. Denn das Dach der katholischen Kirche, übrigens die erste Vietnams, ist kaputt, für Reparaturen fehlt aber jegliches Geld. Auch der Raum für den Kommunion-und Firmunterricht ist zerstört - aufgrund von Alter (die Kirche wurde während des Vietnamkrieges erbaut), Wettereinflüssen und dem Taifun.
Ich bin jeden Tag nach der Arbeit so fertig, dass ich gegen neun Uhr schlafen gehe, meine Beine tun sogar noch am nächsten Morgen weh. Deshalb war ich auch schon sehr lange nicht mehr im La Plage, um am Strand Filme zu sehen oder Yoga zu machen, im Kino war ich auch nur noch einmal, Sport kann ich gar nicht mehr machen.
Es ist schon komisch, wenn man aus der Schule kommt, in der man den ganzen Tag einfach rum saß und jetzt aufeinmal nur noch stehen muss und auch durchgehend denken.
Das ist hart.

Samstag, 14. November 2009

Einen schönen Tag...

...hatte ich heute! Nachdem ich die letzten 13 Tage durchgearbeitet und zu meinen 15 Ferientagen nun 2,5 zusätzliche bekommen habe, gab es nun einen Erholungstag. Den Morgen habe ich mit den 3 ???, Angels and Deamons und einem Obstsalat im Bett verbracht und bin erst mittags losgegangen, um ein paar Besorgungen zu machen. Im Kodakshop beispielsweise habe ich 93 Fotos entwickeln lassen, die nun Wände und Türe schmücken (eine Semra-isst-Reihe inklusive). Als der Fotomann die Bilder auf den PC gezogen hatte, speicherte er den Ordner unter 'thây' ab, 'Ausländer'. Aber nunja, er hat seine Arbeit gut gemacht, also ist das schon ok...
Mein Zimmer, das man nicht unbedingt als Augenweide bezeichnen kann, sieht jetzt wenigstens etwas gemütlicher aus, ich hoffe das wird noch, wenn ich endlich Leinwände auftreiben kann. Na möchte mir die Aquarellfarben ihrer Tochter geben, da diese sie nicht benutzt und Acrylfarbe müsste es ja auch noch zu kaufen geben.
Danach hab ich ein tolles Zimmer.
Hoffe ich.
Außerdem haben wir uns noch einen Basketball gekauft und uns Kleidung schneidern lassen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, wie es wird. Es hing nämlich ein Sommerkleid in einer Schneiderei, ich wollte es aber ohne Schleife, dafür aber mit drei Blumen, Spitze, Ärmeln, viereckigem Ausschnitt und einer Knopfreihe.
Die Schneiderin hat leider nichts aufgeschrieben, sich dafür aber nach der Miete für unser Haus erkundigt. Vielleicht hat sie ja ein super Gedächtnis...
Ich hoffe es.
Morgen arbeite ich dann elf Stunden und kann mich stolzer Besitzer vier zusätzlicher Ferientage nennen. Was allerdings blöd ist, ist das Wetter. Die ganze Zeit war es unglaublich heiß, an meinem freien Tag aber nicht.
Morgen wieder.

Freitag, 13. November 2009

Irgendwann musste es ja passieren...

...jetzt hatte auch ich meinen ersten Unfall hier. Mir ist zwar nichts passiert, dafür habe ich aber den Zorn einer uralten Oma auf mich gezogen. Ich glaube sie hat mich verflucht - es waren böse Worte. Nicht zu vergessen der böse Blick. Aber verstanden habe ich nichts.
In einer Einbahnstraße stand ein Bus, ein anderer wollte daran vorbei. Er hat aber kaum durchgepasst, weshalb der Busfahrer sehr langsam und vorsichtig gefahren ist. Eine Motorradfahrer und ich waren hintendran, hinter uns wiederum ein Lastwagen. Der wollte aber nicht abwarten bis der Bus sich endlich durchgequetscht hat, sondern fuhr einfach immer weiter auf. Dass er auf mein Rad fuhr, mich nach vorne schob und dann umwarf war ihm aber egal. Schließlich bin ich ja eh nicht wirklich gefallen, nur auf eine sehr sehr alte Dame, die MICH jetzt hasst. Na danke.

25 Minutes Too Late

Mit diesem Ohrwurm muss ich jede Nacht einschlafen. Dauernd wird es gesungen und gespielt:'Boy I've missed your kisses all the time but this is twentyfive minutes too late. Though you travelled so far boy I'm sorry your are twentyfive minutes too late.' Ahhh.

Vietnamesen - ein neugieriges Volk

Immer wenn ich mir etwas gekauft oder schneidern lassen habe, wurde ich von anderen gefragt, wieviel das denn gekostet hat.
Innerhalb der letzten Woche habe ich dann meine Bankkarte verloren und bin deshalb gestern bei der VietComBank gewesen. Dort musste ich Unterlagen ausfüllen und auf einem Zettel die Geldmenge angeben, die ich gerne ausgezahlt bekommen hätte - schließlich dauert die Beschaffung einer neuen Karte 10 Tage.
Mein Kontostand hat den Vietnamesen drei Plätze weiter sehr interessiert. Der gereckte Hals hat nicht viel gebracht, das Aufrutschen auch nicht. Also hat er sich einfach mal neben mich gesetzt und alles genau durchgelesen. Als er fertig war, ist er wieder auf seinen ursprünglichen Platz zurück gegangen.
Im Geschäft angekommen wurde ich dann sofort gefragt, wieviel ich denn abgehoben hätte.
Und ich dachte schon die Leute, die sich beim Bankautomaten neben dich stellen oder an dich pressen um auch ja alles mitzubekommen wären neugierig.
Diesen Mittwoch haben wir mit dem Englischunter- richt für den Salesstaff angefangen. In unserer Küche war ein Stuhl zu wenig, also bin ich hochgegangen, um meinen zu holen. Na wollte mich begleiten um 'mir beim Tragen zu helfen'. Als sie aber einen Blick auf mein Zimmer erhascht hatte, ist sie wieder nach untern gerannt - ohne mir zu helfen. Als ich dann im Erdgeschoss ankam, sah ich gerade noch, wie sie unsere Kühlschranktür schloss - sie wollte wissen, was wir denn so auf Vorrat haben.
Neugierige Menschen hier.

Freitag, 6. November 2009

Pyjamaparty bei Reaching Out

Als der Fluss mal wieder über das Ufer getreten ist, haben Ni, Tinh, Vinh und ich im Laden übernachtet, um notfalls alles in das Dachgeschoss tragen zu können. Bevor wir und auf den ausgebreiteten Pappkartons zum Schlafen hingelegt haben, spielten wir noch Karten - die vietnamesische Version von 'Arschloch'. Das blöde war, dass der Verlierer nicht seine zwei besten Karten abgeben, sondern in einer doch sehr unbequemen Pose sitzen musste. Das wäre ja auch nicht so schlimm gewesen, wenn man nicht fast jedes Mal verloren hätte.
Als Vinh dann eine Tür öffnete, kam eine Maus herein, eine andere lief von der anderen Richtung auf uns zu und eine dritte sprang vom Tisch direkt neben mir. Sie waren riesig, nicht mal die Kanalratten aus Deutschland sind so groß! Jedenfalls nicht die, die ich gesehen habe.

Neue Eltern

Letztes Wochende verbrachten wir Hoi Aner mit Dominik, Jule und deren Kollege Dung in Hue, der ehemaligen Kaiserstadt. Dort besichtigten wir den Kaiserpalast, eine Pagode und fuhren noch am Fluss entlang, der Teil der Stadt, die mir am meisten gefallen hat.
Abends waren wir dann beim Inder, und es gab - wie du dir sicherlich vorstellen kannst, Semra - Palak Paneer mit einem Rooti. Danach sind wir dann von Dung in eine Disco gebracht worden. Ich glaube wir sahen etwas deplatziert aus, nicht nur wegen unseres Aussehens, auch wegen unserer Kleidung. Der Laden war voll von vietnamesischen Bonzenkindern, da wir als 'Westler' aber jedem Dresscode erhaben sind, wollte man uns sofort in die VIP Ecke führen. Wir lehnten ab und setzten uns wie die anderen auch auf Barhocker an Stehtischen und bekamen nach ewigem Hin und Her auch einige Getränke. Hierbei sollte erwähnt werden, dass es unmöglich ist, sein Glas auszutrinken. Hat man hier nämlich auch nur ein Paar Schlücke getrunken, wird einem schon nachgeschenkt!Ich habe es nicht mal bis zu Hälfte geschafft...Außerdem hatten wir zumindest die erste Zeit einen eigenen Kellner, der dauernd hinter einem stand. Und dies nicht nur für Bestellungen oder nachschenken, nein auch für ständiges Eiswürfel in das Glas geben. Bier wird hier nämlich nicht immer gekühlt.
Das eigentlich interessante war aber der Teil vor der Hinfahrt über den sagenhaften Wolkenpass. Anjali und ich hatten vorsorglich Eierbrote zum Frühstück gegessen und auhc noch eines für die Fahrt eingepackt. Das wäre allerdings alles nicht nötig gewesen, da unsere Schneiderin - über die wir den Bus gebucht hatten - uns wie Hänsal und Gretchen mästen wollte.
Aber erst einmal von vorne: Für sieben Uhr morgens waren wir zu ihr bestellt worden, um vom Bus aufgesammelt zu werden. Die kam aber - wie wir später feststellen mussten - erst eineinhalb Stunden später, was wiederum bedeuetete, dass wir frühstücken konnten. Ein abgekatertes Spiel, da außer uns jedermann bekannt war, wann der Bus komm sollte! So bekamen wir die traditionelle Nudelsuppe mit Rindfleisch und einem Brötchen. Ersteres aß ich nicht - ich bin jetzt bekannt als die Buddhistin, da muss man nicht so viel erklären - weshalb wir noch Mandarinen, Brötchen mit Butter und Zucker (die machen sogar Zucker auf Käsebrot, igitt), vier Flaschen Wasser und - wen wundert das noch - neue Taschen bekamen. Außerdem, am Rande, auch noch eine neue Mama und einen neuen Papa, nämlich die Eltern der Schneiderin. Zumindest glaube ich, dass es ihre Eltern sind.
Unsere 'Mama' hat dann 'Boyfriend Vietnam?' gefragt und auf unsere Antwort kam ein 'Good, otherwise Baby!'
Manoman...

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Agentin 00 auf geheimer Mission

Keines Bondfilms würdig, aber dennoch erzählenswert ist, wie meine Kolleginnen Ni und Na mich zu einer verlogenen Heuchlerin machen konnten, die arme Verkäuferinnen täuscht und vor nichts zurückschreckt - auch nicht vor Wirtschaftsspionage.
So geschehen gestern Abend von fünf bis sechs Uhr vietnamesischer Zeit. Da ich als 'Tourist' jeden hier ansässigen täuschen kann, machten wir uns auf, um in anderen Läden nach Produkten zu suchen, die auch in unserem Sortiment aufzufinden sind. War dies der Fall, so täuschte ich Interesse vor und fragte nach Preis, Farben, Herstellung und Verhandlungsmöglichkeiten. So richtig wohl habe ich mich dabei allerdings nicht gefühlt, da ich im Gegensatz zu meinen Kolleginnen immer ein bis zwei Verkäuferinnen um mich herum hatte, die sich sehr um mich bemühten. Ich habe nichts gekauft.
Küsschen an meine Freunde :*

Dienstag, 27. Oktober 2009

Von Tamara, Nonnen und der heiligen Jungfrau Maria

Heute habe ich meine erste Englischstunde gegeben. Um halb neun am Morgen fuhr ich zu den Nonnen und durfte soeur marthe, soeur marthe II., soeur therese und soeur marie unterrichten. Und ich muss sagen, dass ich begeistert war!
In dem kleinen Raum saßen die vier hinter einem Tisch, ich stand vor ihnen, im Rücken eine Tafel und Schwamm. Da ich nicht wusste, wieviel Englisch sie denn schon können, kam ich völlig unvorbereitet dort an und musste improvisieren.
Angefangen haben wir dann mit den Basics, wie zum Beispiel 'Hallo, wie geht es dir?' und 'Wie heißt du?' und so weiter...Die Übersetzungen der Wörter gab es auf Französisch, auch die Erklärungen bezüglich der Grammatik. Es war schon nicht einfach, das ganze auf französisch runterzuleihern, wenn man sich vorher nicht vorbereitet hat, aber immerhin verlerne ich es dann auch nicht!
Das schwerste für mich war der Übergang von einer zur anderen Sprache. Nachdem ich den Satz auf Englisch vorgesprochen hatte, habe ich oft vergessen die anschließende Erklärung auf französisch zu geben. Very confusing!
Es hat mir unglaublichen Spaß gemacht, weil die Nonnen sich so angestrengt und alles emsig mitgeschrieben und mit freudestrahlendem Gesicht auf mein 'How are you?' geantwortet haben. Tolle Schülerinnen!
Hihi, ein Kompliment habe ich auch bekommen 'Du bist so schön wie die Jungfrau Maria'. Ich konnte mir das Lachen nicht ganz verkneifen und musste daran denken, was wohl meine Kollegen dazu gesagt hätten...Vielleicht so etwas wie 'Nach einer Tonne Schokolade und mit Babybauch?'
Dicke Grüße aus der Tourimetropole,
eure Tamara

Sie gestatten...

Sara Schwanzkopf.
Da war doch was... Oder doch seinerseits bekannt als Sara Schuhmacher?
Wie auch immer, jetzt jedenfalls nicht mehr. Wie kam sie denn zu dieser Ehre jenen besonderen Namen zu tragen? Eine Geschichte die der Welt nicht vorenthalten werden darf, aber lest selbst...
Saras Kollge Paul und ihre Chefin Ross wollten unbedingt deutsche Schimpfwörter lernen und fragten sie daher nach den deutschen Übersetzungen englischer Kraftausdrücke wie 'shit'. Und eben auch 'dickhead' - Schwanzkopf.
Als Paul Sara gestern per SMS nach ihrem Nachnamen fragte antwortete sie aus Spaß 'Schwanzkopf', was er ihr auch glaubte, da die Anfangsbuchstaben ja übereinstimmen. Sara meinte eigentlich, er hätte sich noch an das Wort erinnern können, dachte allerdings nicht weiter darüber nach und schrieb ihm auch nicht mehr ihren richtigen Namen.
Als sie dann am nächsten Tag in die Arbeit kam präsentierte Paul ihr stolz ein kleines von ihm geschriebenes Heftchen, an dem andere social worker sich orientieren können. Er hatte es schon ausgedruckt und verschickt, sowie an die Blue Dragon Hauptzentrale in Hanoi versendet. Das Cover hierfür war von Sara gemalt worden, was auch zu lesen war: 'Designed by Sara Schwanzkopf'.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Wer erinnert sich noch...

...an dieses T-Shirt?
Ich mich allzu gut, ich muss sagen ich bin immer noch gerührt und muss mir eine kleine Freudenträne verkneifen ;-). Hier in Hoi An hat es mir schon einige lustige Minuten beschert, im Laden werde ich von Kunden mit Semra (das steht ja als einziger Name vorne drauf)- mit diversen ulkigen Aussprachen - angesprochen oder auf offener Straße von fremden Menschen mit den Worten 'Die Namen hören sich Deutsch an' begrüßt.
Außerdem gibt es den Vietnamesen einen Grund an meiner Kleidung herumzuzupfen, damit sie besser lesen und nach der Bedeutung dieses 'komischen Wortes' fragen können.
Haha, mir ist noch was lustiges passiert. Meine Kollegen sprechen mich ja des Öfteren auf Anjalis und meinen großen Appetit an (sie wissen allerdings nur was wir im Restaurant von Quyens Mutter essen, nichts von den Törtchen danach im Cargo Cafe) und immer wieder muss ich hören 'Tamara, don't eat too much`.
Als wir uns dann unterhalten haben, bekam ich auch einige lustige Sätze zu hören wie 'Du wärst ja ganz hübsch wenn du nicht so dick wärst', 'Du bist fett' und ein wunderbarer Vergleich: Im Laden steht wie in den meisten Häusern hier ein kleiner Altar, dessen Bestandteil auch ein großbäuchiger Buddha ist. Wenn es zu Überschwemmungen kommt, dann steht das Wasser im Geschäft schon hoch, meine eine Kollegin meinte, dass der Buddha es dann auftrinkt und dass er deshalb so fett. wäre. Danach folgten die Worte 'Du trinkst auch das Wasser von der Flut.'
Dicke Grüße aus La-La-Land

Dienstag, 20. Oktober 2009

18 & 19, ledig, suchen...


...Bitte melden!
Vietnamesen sind hochzeitsvernarrt. Wer vor dem 31. Lebensjahr noch nicht verheiratet ist, wird von der Gesellschaft als ungewollter Verlierer angesehen, man schämt sich seines Singledaseins sogar. Tja Mama, Verlierer!
Ich werde im Geschäft wenigstens nur immer auf einen Freund, Anjali sogar auf einen Ehemann angesprochen. Ein einfaches 'Nein, hab ich nicht/ Nein, will ich nicht' wird nicht gelten gelassen, das Thema wird immer wieder aufgerollt.
Weißblaue 'Center For Monuments' Geschichten...
Anjali und Adrian arbeiten für den gleichen Laden, ein Kollege der etwas Englsich spricht hat sie schon des Öfteren darauf angesprochen, ob aus den beiden nicht doch noch ein getrautes Paar werden könnte. Das natürlich in Vietnam, fernab von Familie, Freunden und - in Adrians Fall - Freundin. Anjali hat schon mehrmals vehement verneint, dass da was im Gange ist, aber schließlich sind wir hier in Vietnam. Da lässt man bei solchen Dingen einfach nicht locker.
Als besagter Kollege dann hörte, wie ein anderer Anjali nach ihrer Adresse sowie der der anderen Freiwilligen fragte, musste er sich natürlich einmischen. Auf die Antwort man wohne zusammen in einem Haus kam sofort die Frage, ob sie und Adrian sich ein Zimmer teilen würden. Genau, so ist es.

Freitag, 16. Oktober 2009

Entwicklungshilfe...

...wie sie im Buche steht.(Um Basti zu zitieren). Am 16.09.2009 durften Anjali und ich den hiesigen katholischen Pfarrer und einige andere Kirchmänner- und frauen begleiten, um den Ketsanaopfern rund um Hoi An beizustehen. Den schlimmsten Fällen zumindest.
Mit 1,5 Tonnen Reis und vielen Essenspaketen machten wir uns auf den Weg, um denen, die Haus, Hab und/oder Gut verloren hatten eine kleine Freude zu machen.
Das ganze hatten wir Quyen, meiner Chefin zu verdanken. Anjali und ich wollten unbedingt einmal am Gottesdienst teilnehmen, um religiöse Unterschiede über Kontinente hinaus kennenzulernen. Als ich Quyen beim Frühstück - sie lud mich zu pancakes mit Banane, Schokosuace und einem Cocktail ein =) - davon erzählte rief sie sofort ihren alten Freund, den 'father of church' an und verabredete ein Treffen für uns. Der Skulpturen sammelnde Vietnamese stellte sich als frankophil und redebegeistert hinaus und eben auch als gastfreundlich. Er lud uns nämlich zu dem 'Bootsausflug' ein, der eines unserer schönsten Erlebnisse hier überhaupt werden sollte.
Bestellt wurden wir für 6.30 Uhr, mag früh klingen, aber hier ist das irgendwie anders. Man kann nciht lange schlafen, es ist viel zu hell und zu laut, der Rhytmus an sich hat sich geändert. Also standen wir fit und hellwach etwas zu spät vor dem Pfarrbüro und durften erfahren, dass es doch erst um acht Uhr losgeht. Vietnamesisch halt. Dafür wurden wir zum Frühstück eingeladen, es gab Omlette mit Zwiebeln, süßen Toast und Kääääse (den ich hier sehr vermisse). Das war schon lecker, mal so zur Abwechslung.
Unterhalten haben wir uns auf Englisch, da der Pfarrer das immerhin fast so gut wie Französisch spricht und wir kaum noch Probleme mit dem vietnamesischen Akzent haben, gab es keine Probleme. Als dann 'soeur Marthe', eine Nonne, die einige Zeit in Frankreich verbrachte dazustieß, mussten wir auf französisch umschalten. Sie spricht wirklich sehr gut, deshalb haben wir uns auf dem Weg zum Boot - natürlich Hand in Hand - wunderbar unterhalten. Ich mag sie sehr, deshalb konnte ich die Bitte, den Nonnen Französisch- und Englischunterricht zu geben auch nicht abschlagen. Diese Woche waren sie alle krank, nächste Woche geht es dann aber los...
Am 'Hafen' oder besser der Anlegestelle angekommen wurden zuerst einige Bilder von der 'Crew' gemacht, danach wurden Schwimmwes- ten angelegt und das Schiff abgelegt.
Es war schön mit dem Boot an den Dörfern vorbeizufahren, nicht mit den typischen Touribooten, sondern mit Menschen, die du 'Freunde' nennen kannst. Wir fühlten uns in unserer Begleitung sehr wohl und überlegen gerade, ob wir uns nicht außerhalb unserer Arbeit sozial engagieren möchten...
Wir fuhren genau drei Dörfer an, die es am schlimmsten getroffen hatte, leider hatten wir keine Zeit sie genauer zu erkunden. Im Nachhinein war das vielleicht auch besser, denn wir hatten noch Tage nach unserer Exkursion Mukelkater.
Anjali und ich bekamen die Aufgabe übertragen, die jeweils zehn Kilogramm schweren Reissäcke und die Essenspakte über den Steg an Land zu tragen und daraufhin an die Familien zu übergeben.
Das Ganze wurde alphabetisch gemacht, es kam also des öfteren vor, dass wir mit 20 Kilogramm im Arm minutenlang warten mussten, bis uns die Pakete abgenommen wurden. Dutzende Male. Na danke.
Trotz des Muskelkaters hätte ich es einigen aber liebend gerne nach Hause getragen. Da waren so viele zerbrechliche Pergamentomas, die bestimmt nicht mal das doppelte von den Säcken gewogen haben oder kleine Kinder die gerade mal doppelt so groß wie der Reissack waren...
Irgendwie hat es aber dann doch geklappt und letztendlich waren alle Pakete verteilt.
Als Belohnung gab es für das ganze Team Mittagessen, Krebse Quallen und Schrimps (allerdings nur eine Sorte, Forrest) in unglaublichen Mengen. Für mich gab es Gurke, war aber auch lecker. Die haben übrigens unfassbare Mengen gegessen, ich muss sagen Skat hat einen würdigen Gegener gefunden. Solltet ihr mal hier eintrudeln, könnten wir die katholische Kirche um ein Wettessen bitten, das obligatorische Üben darf bei diesem Gegner aber auf keinen Fall fehlen.

Gedanken

Jeden Tag aufs Neue kommen neue Eindrücke auf mich zu, ich höre, sehe, rieche neu. Da es zu lange dauern würde alles zu erzählen jetzt mal als Stickpunkte...
*Faszination über japanische und chinesische Einflüsse der architekto- nischen Gestaltung
*Eine Kundin die haargenau so aussieht wie die beste Freundin meiner Schwester
*'Vegetarisches Fleisch, das so schmeckt wie Omas Weihnachtsplätzchen
*'You are beautiful'
*Yoga am Strand
*Filme am Strand
*Schneiderinnen, die einem zum Essen einladen
*Schneiderinnen, die einem umsonst drei Taschen nähen, ohne dass man etwas bei ihnen gekauft hat
*Schneiderinnen, die einem auf die Brust langen und sagen 'big'
*Schneiderinnen, die einem am Po rumtätscheln
*Ein gutes Buch am Fluss genießen
*Ein 5-jähriges Mädchen, dass sagt sie möchte eine Prinzessin werden, damit alle sie einmal heiraten wollen
*Vietnamesen, die sich mit Räucherstäbchen vor einem Altar mehrmals verbeugen
*Kakerlaken, die zu blöd zum aufrecht gehen sind und überall im Haus tot auf dem Rücken liegen
*Grapschende Motorrad fahrer, die danach schnell wegdüsen
*Ein Pfarrer, der von Deutschland redet und dann nationalsozialistische Parolen von sich gibt
*Kinder, die Tonpfeifen verkaufen statt zur Schule zu gehen
*'Do you have a boyfriend?'
*'Are you married?'
*'Do you have children?' - Ja, klar.
*Von Wellen umgeworfen werden
*Täglicher Überlebens- kampf während der Rush hour
*Täglich wachsender Englisch- wortschatz
*Ziemlich coole Ausländer
*Ziemlich unsympatische Ausländer
*Jeden Tag viele Mangos, Sharon und andere Früchte mit Müsli und Milch
*Fruchtchips
*Freude über E-Mails von Freunden
*Freude über Telefonate mit meinem Omili
*Riesiges Kino, dessen Sitze nicht gepolstert sind
*Überall Hunde auf der Straße
*Abgemagerte Katzen
*Nervige Motorradtaxifahrer, die mich immer noch nicht wiedererkennen
Harry Potter mit vietnamesischen Untertiteln
*Weihnachtvorbereitungen
*Urlaubsvorbereitungen
*Karaoke singen mit Kollegen
*Erklären, warum man kein Fleisch essen möchte
*Tote Hunde in Plastiktüten am Strand
*Besuche von Freiwilligen und anderen Freunden aus aller Welt
*Fast tägliche Gespräche mit Simi
*Im Lieblingscafe etwas trinken gehen
*Das strahlende Gesicht 'unseres' Supermarktverkäufers und seine Freude wenn er uns den Preis nennen darf
*'Come in my shohp, have a look please.'
*'You must die the suit.' Bitte was? --> 'You have to dry the silk.'
*Prinzipielles Weglassen der Wortendungen
*Viel viel Unterricht, zwei Mal die Woche Deutsch- und zwei bis drei
Mal Französisch-und Englsichunterricht
*Frühstück beim katholischen Pfarrer
*Arme treffen in den umliegenden Dörfern
*Verteilen vom 1,5 Tonnen Reis und Essenspaketen
*Trotzdem werden wir angebettelt
*Törtchen im Cargo, TörtchenTörtchenTörtchen
*Ständige Kuppelversuche von vietnamesischen Eltern. Nein, ich möchte nicht heiraten!
*Geckos auf dem Küchentisch, an der Wand, auf dem Boden. Wilkommen zurück, Semras.
*Bangen mit meinen Studenten, dass sie Freude am Studium finden.
*Warten auf mein Paket mit Weihnachtsplätzchen, Haribogummibärchen für meine Kollegen und Dinogummibärchen für Sesame, den Sohn meiner Chefin
*In der Altstadt flanieren
*Tropfen plätschern
*Regencapes zerreißen, ich hatte schon drei Stück
*Schirme, die wegen dem Wind nichts bringen
*Schleusen in den Bergen, die die Regierung aus Angst vor Zerstörung öffnet und damit das ganze Wasser nach Hoi An laufen lässt, wo es alles unter Wasser setzt
*Pfützen, die größer als Teiche sind
*Untergeschoss ausräumen, um alles vor der Flut zu retten
*Lesen anderer Blogs
*Man bohrt hier gerne mal in der Nase
*Man benutzt keine Taschentücher, sondern gibt besonders geräuschvolle Laute von sich
*Meine immer strahelnde Marktfrau
*Schneider, die mir alles billiger machen wollen, wenn ich Touristen zu ihnen bringe
*Vermissen von 'deutschem' Brot und Käse und allem was eben dazu gehört

...Wir noch erweitert...

Ketsana

Mit doch reichlich Verspätung mal etwas zu dem Taifun, den wir vor ein paar Tagen hatten...Im Laden stand das Wasser fast drei Meter hoch, der Fluß war so sehr über das Ufer geteten, dass man sich schon 500 Meter von unserem Haus entfernt mit dem Boot fortbewegen musste.
Für uns in dem Haus war das nicht so schlimm, außer dass es durch die Ritzen von meinem Fenster bis zu meinem Bett! geregnet hat und das Wasser bis zu einigen Zentimetern hoch stand ist eigentlich nichts passiert. Was allerdings richtig blöd war: der Stromausfall. Ich glaube das ging 3 Tage so, zum Glück hatten wir vorher den Wassertank aufgefüllt, ohne duschen und Geschirr spülen ging das dann ;-). Wir hatten aber natürlich nicht genug zu Essen im Haus und mussten uns dann in der überschwemmten Stadt auf die Suche nach einem offenen Supermarkt machen. Hat ziemlich lange gedauert und war dann auch recht teuer.
Was ich mir jetzt demnächst zulegen werde ist eine Taschenlampe. Als dann nämlich Handy, MP3-Player und Laptop Akku bzw Batterien leer waren lag ich eines Abends in meinem Bett, es war halb sieben, stockdunkel und:langweilig. Ich habe mich dann damit beschäftigt drei Leute zu finden, die mit Vornamen Dirk heißen. Ich kam aber nur auf zwei. Na dann gute Nacht.
Vermisst: weiblich, 20, sieht so aus wie ich. Oder auch nicht. Hinweise bitte an mich.
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Freitag, 2. Oktober 2009

Schon wieder ein xe...

Diesmal geht es aber über Fahrräder und alles was dazugehört...
Wie ich vielleicht schon geschrieben habe, hat meine Chefin mir ein Fahrrad für das nächste Jahr geliehen und Sara und Anjali 2 gebrauchte besorgen lassen. Außerdem ging sie mit uns auf den Markt und wir kauften uns Zahlenschlösser - die sind hier ja schließlich sicherer als Schlüsselschlösser. Heißt es. Wie auch immer.
Auf jeden Fall sind wir drei, ja Adrian wurde einmal mehr ausgeschlossen, abends in die Stadt gefahren um noch etwas essen und trinken zu gehen und schlossen unsere Drahtesel (um ein biscchen Ralf Kalmuczak einfließen zu lassen) zusammen ab. Das heißt Sara schloss ihrs an einen Baum, ich meins an Saras und Anjali ihrs mit meinem zusammen. Als wir dann wieder zurückkamen hatte jemand mein Schloss gestohlen, wie wir später erfuhren gibt es nur 3 bis 5 verschiedene Nummern für die Zahlenschlösser hier. Sicher? Ja, denkste.
Zu allem Überdruss hatte jemand Saras Fahrradschloss, also das kleine, das bei älteren Fahrrädern am Hinterreifen befestigt ist abgeschlossen und dann den Schlüssel mitgenommen. Auf dem Weg zum 'Fahrradmann' trug Sara das Rad und wurde deshalb schnell von einem Mann angeschprochen, der ihr das Schloss mit der Zange öffnen wollte. 'Glücklicherweise' kam dann aber ein anderer Mann, der mit einem seiner ca 20 Schlüssel das Schloss öffnen konnte. Hurra, genauso sicher. Bei machen Sachen darf oder besser will man gar keine Fragen mehr stellen.
Jetzt habe ich ein normales Schloss, mal sehen wie lange ich das noch behalten werde...Genau das Fabrikat habe ich hier schon öfters gesehen, ich sollte mal versuchen die Räder anderer Leute aufzuschließen und dann zu verstecken. Das wird ein Spaß.

Samstag, 19. September 2009

Xe máy

Gestern sind wir zum ersten Mal 'xe máy' gefahren.
Und als wäre das trotz Abraten des ded's nicht schon genug auch noch zu dritt. Um an den 2 km entfernten Strand zu kommen, nahm Anjali mein Fahrrad; Adrian, Sara und ich saßen auf dem Roller. War schon komisch sich so gequetscht durch die anderen Motorräder zu schlängeln...
Beim Fahren ist nichts passiert, als ich allerdings den Helm an den Lenker hängen wollte, kam ich mit dem Schienbein an den Auspuff. Sehr viele Vietnamesen haben an der Wadeninnenseite Narben, ich kam allerdings mit Brandblasen davon. Puh^^.
Wir waren im 'La Plage' etwas trinken, der Besitzerin Sam und ihr Mann, ein amerikanisch-französisches Paar begrüßte uns herzlich.
Sam hat übrigens auch mal als volunteer bei Reaching Out gearbeitet, bevor sie und ihr Mann die Strandbar eröffnet haben...
Heute nachmittag wollen wir dann das erste Mal schwimmen gehen, bin ja mal gespannt...

Do mai!

Das erste Mal sind wir nun mit einem Vietnamesen aneinandergeraten. Hoi An ist zwar eine wirklich schöne Stadt, der Strand ist traumhaft, dafür ist es aber auch sehr touristisch. Zu touristisch.
Und Touristen machen nun einmal viele Fehler, bezahlen beispielsweise geforderte Preise ohne mit der Wimper zu zucken. Klingt doch immer annehmbar…
Da wir heute nach Da Nang fahren wollten, um Haushaltsgeräte und Essen zu besorgen, mussten wir zum Busbahnhof gehen. Der Preis von 10.000 VnD hierfür stand sogar an der Türe angeschrieben. Auf die Frage ‘bao nhiêu tiền‘ kam dann aber natürlich ein ‘ba mươi‘, 30.000 VnD. Wir konnten aber immerhin auf 20.000 VnD herunterhandeln, für so einen Bus wäre allerdings nicht einmal die Hälfte gerechtfertigt gewesen.
Man stelle sich ein Fahrzeug vor, klein, eng zerschlissen. Es würde selbst nach Reparatur durch den besten Kfz-Mechaniker der Welt nicht durch den nächsten TÜV kommen…Zehn Jahre stehen lassen, einmal damit gegen den Baum fahren, jetzt kommt es in etwa hin. Annäherungsweise.
Immerhin kamen wir nach Da Nang und machten unsere Einkäufe, alles gut soweit. Erst bei der Rückfahrt in einem größerem Bus wurden wir das Opfer einer bösen Intrige ;-). Da wir nicht an der Endhaltestelle einstiegen, mussten wir in den vorbeifahrenden Bus hineinspringen. Das heißt wir konnten keinen Preis aushandeln, so was Blödes!
Der unsympathische (andere Adjektive nachte ich hier nicht nennen) Geldeintreiber wollte dann 50.000 VnD haben. Wir dachten nur ‘Spinnst du?‘ und sagten ‘mươi‘, 10. Er fing an zu lachen und erzählte irgendwelche Sachen auf Vietnamesisch, die wir nicht verstanden haben. Da wir nicht bereit waren mehr als 20.000 zu zahlen (im Reiseführer steht sogar, dass man keinesfalls mehr als 20.00 zahlen dürfe!), wurde er richtig aggressiv, sprach in ‘bösem Ton‘ zu uns. Nach einer halben Stunde Diskussionen redete Anjali noch einmal ruhig auf ihn ein und man hatte das Gefühl, dass er gleich die Geduld verlieren und zuschlagen würde. Auch von dieser Aggressivität war im Reiseführer die Rede.
Nun ja, letztendlich zahlten wir dann 40.000 VnD pro Person. Dabei möchte ich noch einmal auf die Intelligenz des Vietnamesen zurückkommen. Also dieses Vietnamesen: Wir hielten ihm 120.000 VnD hin, 3x40. Nicht schwer, oder? Für ihn aber schon. Wir mussten alle einzeln zahlen, weil er dachte 120.000 VnD seien zu wenig! Do mai, wie der Vietnamese so schön sagt.
Die Zahlen können wir inzwischen ziemlich gut, deshalb haben wir auch ein paar Gesprächsfetzen verstanden, als der Geldmann die Geschichte an einen zugestiegenen Gast weitergab. Er lachte dabei und dachte, wir würden es nicht verstehen. Arsch.

Mittwoch, 16. September 2009

Hòa Nhập - Reaching Out

Morgen früh um halb neun beginnt mein erster 'Arbeitstag'. Als ich gestern mit Eva dort war wurde mir alles erklärt: Die ersten eineinhalb Monate muss ich im Verkauf arbeiten, um alles um das Geschäft herum zu erfahren. Man sprach von einer Ausbildung, aber ich denke es ist eher eine Einarbeitung. Nach diesen sechs Wochen habe ich dann mehrere Aufgaben, hier die Übersetzung:
1) 3 Mal die Woche eine Stunde Englischunterricht für das Verkaufsteam
2) Texte für die Hompage, Broschüren und Newsletter erstellen oder auch umschreiben
3) Wegbeschreibungen, Flyer und Poster entwerfen, weiträumig verteilen
4) Eine Verkaufsschicht von dreien übernehmen
5) E-Mail Kontakt mit internationalen Kunden
6) Werte von RO weitergeben
7) Kunden dazu ermutigen, an einer 'Workshop Tour' teilzunehmen
- 'making lacquer'
- 'painting dragonfly'
- language lesson 'talking hands'
oder auch einfach nur ein Foto mit dem Schaffer des gekauften Artikels machen
lassen.

Wie man bei Punkt 7 erahnen kann, können einige der Künstler nicht hören und verständigen sich mittels Zeichensprache. Gestern machte ich einfach die Bewegungen einer Frau nach, weil ich dachte es hieße 'Hallo' oder Ähnliches. Anscheinend aber nicht, denn alle haben angefangen loszulachen :D.

Unser Haus

Freitag, 11. September 2009

Once Upon A Fairytale...

Wie der Titel schon preisgibt: jetzt folgt eine Geschichte à là Rosamunde Pilcher, dramatisch, mitreißend, pathetisch und natürlich mit Happy End…

Once Upon A Time hing ein großes Reklameschild an einem Baum in Hanoi. Es war aus Metall und warb um die Aufmerksamkeit eines jeden Autofahrers. Und es war groß, riesengroß. Als Rotkäppchen fragte, warum es denn so groß sei antwortete es mit tiefer Stimme:’ Damit ich mit meiner Bierreklame mehr Autofahrer zum Trinken verleite. ‘ Der Baum an dem das Schild hing war auch groß, riesengroß. Als Rotkäppchen fragte, warum er so groß sei antwortete er mit tiefer Stimme:’ Damit mehr Autos gegen mich fahren können. ‘ Als das Gewitter ausbrach, als sich die Schleusen öffneten und der Regen hernieder prasselte und große, riesengroße Tropfen auf Rotkäppchen hinunterfielen hob es seinen Kopf und fragte in Richtung Jupiter, warum denn die Tropfen so groß seien. Und der Wettergott antwortete mit tiefer Stimme:’ Damit sich die Reklametafel lockert und auf deinen Kopf fällt. ‘ Da war Rotkäppchen jedoch schon in ein Taxi gestiegen und hatte die Türe geschlossen. Nur weil sie vergessen hatte zu fragen, weshalb das Taxi so groß sei verfehlte das Schild sie um Haaresbreite. Das Auto bekam jedoch eine Delle sowie viele Kratzer, sie waren groß, riesengroß. Und Rotkäppchen fragte…

So, jetzt ratet mal welche Rolle ich in diesem Märchen einnehme^^.

Donnerstag, 10. September 2009

Invasion der Killerputzfrau

Seit ungefähr drei Stunden sitze ich hier auf dem Gang, lese, rede und surfe im Internet. Mein eigentlicher Plan für heute war, den Tag im Bett zu verbringen, letztendlich habe ich doch noch Sinitus bekommen ;-). Oh Wunder. Warum also mit Halstuch auf dem Gang? Ganz einfach: Gegen etwa 14.45 Uhr klopfte es an unsere Tür, die Putzfrau kam herein und sagte viele viele Sachen auf Vietnamesisch. Wir haben natürlich kein Wort verstanden, da aber ein kleiner Vietnamese mit Gasmaske, einem ‘Sack’ auf dem Rücken aus dem ein Schlauch herausragte, den er wiederum in der Hand hielt hinter ihr stand, konnten wir zumindest erahnen, dass wir das Zimmer verlassen sollten. Als wir auf dem Weg zur Tür waren fing man schon an zu sprühen, draußen angekommen stießen wir dann auf den Rest unserer Gruppe aus diesem Stockwerk. Trotz geöffneter Türe, Klimaanlage und Ventilator stinkt es noch immer zu sehr nach Insektenspray, als dass wir wieder in das Zimmer wollten. Mal gespannt, wie das später zum Schlafengehen hin aussieht.
Das Ganze in Deutschland? Unmöglich =P.

Wir haben übrigens erfahren, dass in Hoi An die Regenzeit begonnen hat, die noch ungefähr sechs Monate andauern soll. Na super. Allerdings habe ich auch die Nummer meiner Chefin bekommen, die dieses Wochenende nach Hanoi kommen wird. Sie würde mich gerne zum Essen oder Trinken einladen, deshalb werde ich sie jetzt einmal anrufen und einen Termin mit ihr ausmachen…

Montag, 7. September 2009

Verkehrte Welt

Wir fotografieren zurück! Wie ich schon erwähnt habe, werden wir hier doch recht häufig 'angeglozt'. Man dreht sich des Öfteren nach uns um, stupst Freunde an, lacht auch mal. Man könnte meinen hier liefen nicht so viele Europäer herum, dem ist aber nicht so. Vor allem die Altstadt ist geprägt von Backpackern und Touristen. Um besser verstehen zu können wie sehr wir auffallen folgende Geschichte:
Sara schnitt mir die Haare auf dem Gang, damit nichts an die Kleidung kam hatte ich bei ca. 35 Grad eine Regenjacke an. Wir saßen auf den Sesseln aus unserem Zimmer, es muss wohl ein recht kurioses Bild gewesen sein. Während dem Schneiden kam immer wieder ein: Oh, ich kann das nicht, ich schneide dir Zacken rein. Wurde dann aber doch. Während diesen 20 Minuten liefen mehrere Vietnamesen über den Gang. Es hat sei nicht interessiert. Am Hoam Kiem See stehen abends ältere Frauen in einer Reihe hintereinander und klopfen sich gegenseitig auf den Rücken. Auch keines Blickes wert. Wenn wir aber die Straße überqueren, einen Supermarkt betreten oder auf einer Bank sitzen… Verkehrte Welt.

Sonntag, 6. September 2009

Traffic

Bác Tràng

Gestern gingen Marcel, Anjali, Alex, Clara und ich mit Trang, Hu'o'ng, Hà, Hiê`n, Linh und Li nach Bác Tràng um zu töpfern. Hört sich jetzt vielleicht zuerst nicht so toll an, war aber ziemlich genial. Mit dem Bus fuhren wir über eine Stunde aus Hanoi raus, vorbei an Reisfeldern, Seen, schönen Häusern. Kein Verkehr. Ruhe. Himmlisch.
Dort liefen auch viele Hunde rum, wunderschöne große Hunde, alle für die Pfanne...Die Begründung einiger Leute: 'Hier werden nur hässliche Hunde gegessen, also hab ich kein Problem deshalb' wird hiermit hinfällig ;-).
Als wir in Bàc Tràng ankamen sind wir gleich in eine Werkstatt, in der schon eine Gruppe Vietnamesen saß, die töpfterte. Komischerweise wurden wir in dem kleinen Ort weniger angestarrt, vielleicht kam es mir aber auch nur so vor, weil nicht so viele Menschen dort waren...Whatever. Wir saßen dann auf ungefähr 20 Zentimeter hohen Hockern, vor uns eine Drehplatte und ein Haufen Ton. Danach haben wir alles nachgemacht, was der Töpfermeister gemacht hat. Komischerweise hat es nicht ganz so geklappt =P. Er hat uns dann geholfen und nun habe ich eine aschenbechergroße Schüssel. Um die Zeit des Brennens zu überbrücken sind wir zuerst unter einem Schilfdach Essen gegangen und haben uns dann auf dem Töpfermarkt umgeschaut.
Dann durften wir schließlich unsere 'Kunstwerke' anmalen und für umgerechnet 40 Cent kaufen. Billig. Zurück in Hanoi sind wir dann in ein Café gegangen, um noch etwas zu trinken. Es hieß 'Felice' und die Vietnamesinnen haben auch von einem italienischen Restaurant geredet. Weil aber alle Kellnerinnen sehr vietnamesisch aussahen hat es mich doch sehr in den Fingern gejuckt auf italiensich zu bestellen. Hab es aber dann doch gelassen...Ich hatte sua chua hoa qua (die Zeichen auf einzelnen Buchstaben kann der Laptop nicht), das ist ein Joghurtgetränk mit Früchten drin. Unfassbar lecker!

Samstag, 5. September 2009

Von Vietnamesen, Deutschen und der Blatta Orientalis

Eine ganz besondere Beziehung hatte ich zu meiner ehemaligen Mitbewohnerin, der Gemeinen Küchenschabe, oder auch Kakerlake genannt aufgebaut. Wir hatten einen, nunja, größeren Kampf, den ich dank meiner Überlegenheit gewonnen habe. Das heißt sie ist tot und ich nicht ;-). Aber mal von vorne: Ich liege in meinem Bett, es ist kurz vor sechs Uhr morgens, Sara ist joggen. Aber statt noch ein bisschen zu schlafen uns sich mental auf den Sprachkurs vorzubereiten wache ich auf, weil etwas über meinen Arm läuft. Ich denke nur: Bitte lass es ein Gecko sein, bitte lass es ein Gecko sein (schließlich habe ich mich schon sehr mit Klein-Semra, Mittel-Semra und Groß-Semra angefreundet), werde jedoch bitter enttäuscht, denn als die Flügel sich bewegen gab es unfassbar eklige Geräusche. Nachdem ich die Augen geöffnet hatte schlug ich die Kakerlake an die Gardine, woraufhin sie auf den Boden fiel und auf dem Rücken landete, sie können sich nicht selbst umdrehen. Ich zog schnell etwas an, und schaute eine Stunde lang einen Film auf dem Gang an bis Dominik aus seinem Zimmer herauskam und die Blatta Orientalis für mich entsorgte. Vielen Dank dafür =P!
Seit diesen traumatischen Erlebnis sorgt ein eiskaltes Zimmer dafür (die Klimaanlage ist immer voll aufgedreht), dass keine Tiere mehr durch die Zentimetergroßen Spalte unserer Türe kommen können. Auf Wiedersehen Semras, oder besser: Lebt wohl.
Jetzt zu den Menschen hier. Vietnamesen sind sehr stolze Menschen, immer freundlich, zuvorkommend und gut gekleidet. Vor allem junge Frauen legen sehr viel Wert auf ihr Äußeres, außer einigen Schlafzeug-Faux-Pas sind immer alle sehr modern gekleidet. Die meisten tragen außerdem unglaublich hohe Schuhe, ich weiß nicht wie sie jeden Tag so rumlaufen können, ich bin doch recht zufrieden mit meinen Turnschuhen ;-).
Irgendwie scheinen sie auf europäisches Aussehen zu stehen, auf dem Markt wurde wir sogar als ‘Puppen’ bezeichnet, was hier wohl ein Kompliment ist xD. Es ist eigentlich immer ganz lustig, wenn die Vietnamesen mit denen wir unterwegs sind alles übersetzen, die Leute scheinen direkt vor uns über uns zu reden… Komplimente bleiben auch nicht aus, begrüßt werden wir meist nicht mit Hallo sondern einem: “Wo ist Joscha?”, nach dem sehr viele Vietnamesinnen verrückt sind oder Sara wird dauernd fotografiert.
Eva sagte letztens, dass es als Folge des Vietnamkrieges sehr viele Behinderte hier gäbe, gesehen habe ich aber noch keine… Außer vielleicht einen, der einfach meine Hose hochgezogen hat, um meine Beine anzulangen. Ich hoffe zumindest für ihn, dass er geistig behindert ist ;-).
Die letzten beiden Wochen sind sehr schnell vergangen, wir haben die Sehens- würdigkeiten angesehen (das Ho-Chi-Minh Museum, den Literaturtempel und das Ethnologische Museum) und sind für eine halbe Million in die Ha Long Bucht gefahren, um dort eine Nacht auf einem Boot zu verbringen. War mir ein bisschen zu touristisch, aber doch sehr schön. Erst sind wir auf eine Insel gefahren und haben dort eine Tropfsteinhöhle besichtigt, danach sind wir weiter raus gefahren und durften schließlich schwimmen. Die Vorfreude auf eine Abkühlung stieß jedoch auf Enttäuschung, das Wasser war nicht kälter… Am nächsten morgen sind wir dann Kajak gefahren, unter einem kleinen Tunnel einer Insel durch in eine kreisförmige Bucht. Es wäre so schön dort gewesen wenn nicht die ganzen Touristenboote dort Öl verloren und Besucher ihren Müll ins Wasser geworfen hätten.
Fazit: Für 20 Euro sind wir acht Stunden Bus gefahren, durften auf einem Boot schlafen, haben vier Mahlzeiten bekommen, drei davon warm, sind Kajak gefahren und haben eine Höhle besichtigt. Trotz der doch recht unmöglichen Behandlung auf dem Boot ein guter Preis =).
Im Russenladen von den Hanoi Towers haben wir uns jetzt mir großen ‘The North Face’ Rucksäcken eingedeckt, ich hoffe es kommt zu eines Rucksacktour, Mama ;-).
Außerdem haben wir rausgefunden, dass es wahrscheinlich billiger ist, wenn man hierher mit Vietnam Airlines fliegt. Es muss allerdings in Vietnam gebucht werden, das heißt ich müsste das machen. Ich weiß allerdings nicht, wir man dann zum Ticket kommt, zuschicken wäre ja blöd. Aber E-Tickets müssten die ja auch hier haben…
In Sachen Verkehr bin ich auch noch zu neuen Erkenntnissen gekommen: Ticketverkäufer im Bus schauen einen manchmal traurig an, wenn man ihnen seine Monatskarte zeigt, Busse sind sehr niedrig, André mit seinen zwei Metern steht prinzipiell mit zur Seite gebeugten Kopf da. Außerdem gibt es circa 30 Unfälle pro Tag in Hanoi, darunter sehr viel mit Todesfolge. Einen Unfall hat schon jemand aus unserer Gruppe miterlebt, allerdings nur passiv. Derjenige der eine Frau angefahren hat, wollte nichts damit zu tun haben. Anders als in Deutschland wurde sie einfach in ein Taxi gelegt und ins Krankenhaus gefahren. Daraufhin ging es wie gewohnt weiter. Keine Polizei, keine Unfallprotokoll, keine Zeugenvernehmung.
Man kann es fast nicht glauben, aber Tokio Hotel hat inzwischen auch Vietnam erobert, genauso bekannt scheint auch Yvonne Catterfeld zu sein. Als Sara sagte, dass sie erstere nicht besonders mag, stiegen einem vietnamesischen Fan Tränen in die Augen, sie war anscheinend sehr verletzt. Danach durfte Sara erfahren, dass sie mit ihren Haaren dem Schlagzeuger der Band ähnelt =P.
Gestern mussten wir sogar ‘Durch den Monsun’ singen.
Von ehemaligen Freiwilligen haben wir übrigens erfahren, wie unser Haus sein wird. Es wird wohl zwei Stockwerke haben, unten mit Eingangshalle, Wohnzimmer, Küche und haben, im oberen Stock dass vier Schlafzimmer und ein weiteres Bad. Außerdem soll es eine Dachterrasse geben, juhu.
Was ich außerdem super finde ist, dass es dort wohl kaum Autos und Mofas gibt, man ist eher mit dem Fahrrad unterwegs. Sara und ich freuen uns auf weniger Stress, mehr Ruhe und ein ungefährliches Straße überqueren. Am 14. September fliegen wir morgens hin, am 15 fange ich dann an zu arbeiten. Da bin ich ja mal gespannt (-:.

Mittwoch, 19. August 2009

Hommage an das Essen

Um meiner Mitgliedschaft bei Skat alle Ehre zu machen werde ich nun ein wenig vom Essen in den Flugzeugen berichten:
Zum Abendessen gab es Paneer Paratha, eine Spezialität meines Lieblingsinders in Heidelberg. Gut, es hätte auch thailändisch sein können, schließlich waren wir auf dem Weg dorthin. Trotzdem lecker. Zum Frühstück gab es dann Palak Paneer mit Ei. Hat mich gefreut, bestelle ich schließlich meistens bei Raja Rani zu meinem Paneer Paratha dazu. Bei Thai Airways habe ich dann vegane Kost bekommen. War gar nicht gut. Zuviel kaltes komisches Gemüse und süße Brötchen mit gesalzener Margarine.
Hier in Vietnam war ich bisher erst einmal essen, Frühstück und Abendessen gab es nicht, jaja Kim, ich hol mir nicht heimlich Pizza ;-). Zur Vorspeise gab es eine Suppe die mit Eiweiß verdickt war. Sah aber eher aus als wäre es einfach nur Eiweiß, bzw. hat so geschmeckt. Dann gab es noch zusammenbappender Reis, was ganz gut war, so sind die Brocken nicht von den Stäbchen gefallen. Chinakohl hab ich nicht probiert, der frittierte Mais war aber super! Dann gabs noch Fleisch, Pommes, verschiedene Dips und zum Nachtisch Melone. War ziemlich lecker das Essen, hat so gut wie nichts gekostet, für ein Skatmitglied allerdings zu gesund.
Gut, soviel hierzu, jetzt das, was andere Menschen als Semi, Kim und Annika interessieren könnte…
Der erste Flug war angenehm, konnte zwar nicht viel schlafen, aber das war ganz gut so. Bin hier todmüde um Mitternacht ins Bett gefallen, also bei euch 19 Uhr abends, Jetlag blieb daher aus. Gegen Ende gabs zwar ein Unwetter und wir konnten nicht landen, dauerte aber nur eine Stunde länger. Der zweite Flug war ziemlich schnell vorbei, Stewards und Stewardessen waren alle asiatisch und trugen schöne bunte Kostüme, außerdem haben sie uns ein Blumengesteck geschenkt und alle mit dem traditionellen Gruß empfangen und verabschiedet.
Am Flughafen wurden wir dann von Eva und Huyen empfangen, den weltwärts-Koordinatoren vor Ort. Wir fuhren mit ihnen in die Stadt hinein und bekamen unser erstes Geld. Ich bin jetzt übrigens Millionärin, ein paar weitere werden noch auf das Konto überwiesen, jaja. Da es schon sehr spät war, habe ich nicht mehr wirklich viel von der Stadt sehen können, bis auf die Menschen die auf dem schmalen mit Gras bewachsenen Mittelstreifen zwischen zwei Straßen saßen und sich wie auch immer beschäftigten. Hier hielten sich die Menschen noch an die Einhaltung ihres Fahrstreifens, bei nicht durch Erhöhungen getrennten Wegen interessiert es niemanden auf welcher Spur er jetzt fährt.
Der Verkehr ist sowieso katastrophal, Ampeln sind recht sinnlos und Mofas auf denen zum Teil vier Leute, also Eltern und zwei Kinder sitzen sehen auch nicht gerade vertrauenerweckend aus. Es gibt tausende davon, die hupend durch die Stadt düsen. Eins haben wir heute aber gelernt: Einfach rüber laufen, andeuten was man machen will und auf keinen Fall anhalten. Wurde nur einmal fast angefahren, also hat schon geklappt so. Bis zum 14 September wohne ich noch hier in Hanoi, im guesthouse der Universität. Mein Bett ist 1,40 m groß und recht kurz, aber passt schon irgendwie. Kühlschrank und Fernseher stehen hier auch rum außerdem steht auf dem Tisch ein Teeservice, oh ja! Im Bad hingen auch ein Massageschwamm und eine Badehaube xD. Einen Duschvorhang gibt es nicht, also wird beim duschen immer alles nass, es schimmelt auch schon ziemlich und bei so einem Badezimmer eine Holztüre einzubauen ist auch nicht sonderlich intelligent. Ist aber auch kein Wunder, dass alles schimmelt, als wir aus dem Flugzeug in diesen Tunnel gelaufen sind ist uns unglaublich schwüle Luft entgegen gekommen. In Thailand war das gar nicht so, vielleicht auch weil es dort geregnet hat! Es hat sich angefühlt wie im Reptilienhaus vom Luisenpark Mannheim, das ich eigentlich ,wenn möglich meide. Schlimmer ist aber das Betreten von Gebäuden wie der Bank oder dem Hanoi Tower. Man wird nicht nur mit einem Gerät auf erhitzte Temperatur untersucht (aus Angst vor diversen Grippeerkrankungen, es laufen hier auch total viele Menschen mit bunt gemustertem Mundschutz rum), sondern wird auch noch von einer Klimaanlage auf Höchststufe begrüßt (Sinitus lässt grüßen -.-). Manchmal hätte ich dann doch gerne einen Pulli…
Nachdem wir einige Formulare unterschrieben hatten und vom Landesdirektor begrüßt worden waren, gingen wir in ein kleines Restaurant, dass man über eine unbeschreiblich kleine und viele Stockwerke hohe Wendeltreppe erreichen konnte. Danach ging es zur Bank, wo wir ein Konto eröffnen mussten und dann zu einem Fotografen, der aussah wie der Zen-Meister von MTV. Außerdem haben wir eine Sim Karte für 45 000 VnD gekauft, auf der wir ein Guthaben von 50 000 VnD drauf war. Ein Telefonat nach Deutschland hat nur ein paar Cent gekostet, wie der Rest hier auch. Vor allem für Raucher ist das hier ein Paradies, Trinker hätten allerdings auch ihren Spaß. Meine Handynummer könnt ihr von Ska, Pimfie oder meinen Eltern haben, morgen schick ich sie ihnen. Denkt aber bitte an die Zeitverschiebung ;-). So, Sara und ich werden uns jetzt mit der Vietnamesich--CD-Rom beschäftigen, ab morgen haben wir Unterricht…

Heute ging es um 7:30 los: An der Universität Hanoi wurden wir von Tâng, einer Deutschlehrerin, die zwei Jahre in Kassel studiert hat, unterrichtet. Zum Glück gab es dort etwas zu trinken und Kekse, weil kaum einer von und hatte Lust gehabt früher aufzustehen um zu duschen. Die Tatsache, dass ich zu blöd bin mir die Aussprache der Buchstaben des Alphabets zu merken bzw. nachzusagen spricht für sich. Hab mich doch recht blöd angestellt. Das man Wörter auf sechs verschiedene Arten betont macht es auch nicht leichter, wir konnten bei dem Wort ma nur zwei Bedeutungen zu 90% (laut Tâng, war aber vielleicht nur zur Aufmunterung gedacht =P)aussprechen xD.
Nach vielen Stunden (habe das meiste schon wieder vergessen und muss es mir jetzt noch mal anschaun) sind wir dann in die Mensa gegangen um zu essen. Mein Teller war so voll geschaufelt, dass ich nicht alles essen konnte, zur Abwechslung gab es mal wieder Reis mit Gemüse für nur 12 000 VnD. Dann fuhren wir das erste Mal mit dem Bus und ich unterhielt mich mit Phuong, einem Germanistikstudenten, der jetzt für vier Jahre nach Bonn an die Uni kommen wird. Obwohl es erst zwei oder drei Uhr war bin ich todmüde ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen. Bei der Hitze heute von 38 Grad auch kein Wunder. Eva sagte, das wäre erst so set wir hier sind…Puh.Überlege gerade mir die Haare schneiden zu lassen, aber natürlich war ich bisher zu feige ;-) Auf wetter.com steht es wären 29 Grad und es würde regnen. Schön wärs. Schnip Schnap Haare ab?
Heute kamen Deutschstudenten, um mit uns zu arbeiten. "Meine" hatte großen Spaß dabei, als ich vorgelesen habe, sie musste sich öfter ein Lachen verkneifen. Auch nach tausend mal nachsprechen konnte ich viele Wörter nicht richtig aussprechen. Sie sagte, es wäre eine einfache Sprache. Ja klar.
Was auch nicht gerade toll ist, ist das Huyen gesagt hat, sie würde die Vietnamesen in Hoi An kaum verstehen können wegen dem Dialekt. Freude.

(= Liebste Grüße ins 12 000 Kilometer entfernte Deutschland , vor allem an mein Omili =)

Montag, 3. August 2009

Ja ich weiss, es war ne geile Zeit, uns war kein Weg zu weit. Ihr fehlt mir (jetzt schon).

Mit dem Ohrwurm
„Oh soleil, tu m'as tellement manqué,
oh soleil, alors je vais au Vietnam,
oh soleil, tu m'as tellement manqué,
j'attends que tu sois levé, j'attends que tu sois réveillé.“ genieße ich die letzten Stunden zu Hause. Der Koffer ist gepackt, war schon komisch für ein Jahr nur 20 Kilo mitnehmen zu dürfen. Außerdem sind da Sachen drin, die gar nicht wirklich meine sind, also schon, aber die wurden nur gekauft um sich an den vietnamesischen Kleidungsstil und Klima anzupassen. Und nein, ich trage jetzt keine rosa Hello Kitty Sachen (um das Gerücht aufzuheben ;-)). Als Fan langer Jeans hab ich mir bei gerade 38 Grad aber wohl das falsche Land ausgesucht =P.
An alles zurückdenkend, vor allem die Überraschungs- party =)=) bleibt nur noch Folgendes zu sagen:
„Merci, merci, merci, merci,
je dit merci à ma famille, je dit merci à mes amis.
Merci, merci, merci, ohoho.
J’ai écrit cette chanson, pour dire merci à ma famille,
pour dire merci à mes parents, c’est beau.
Pour papa et pour ma maman,
pour ma Pimfie et les amis que je connaît depuis l’enfance.
Merci, merci, merci, merci de m’avoir soutenu toute ma vie.
Sonntag Abend geht der Flug, Vorfreude? Oh ja, diesmal zur Abwechslung italienisch.
„Penso che un sogno così non ritorni mai più,
mi dipingevo le mani e la faccia di blu.
Poi d'improvviso venivo dal vento rapito,
e incominciavo a volare nel cielo infinito.
Volare, oh oh.
Cantare, ohohoho.
Nel blu dipinto di blu,
felice di stare lassù.
E volavo, volavo felice,
più in alto del sole ed ancora più su.
Mentre il mondo pian piano spariva, lontano laggiù,
una musica dolce suonava soltanto per me.
Es geht los!
„Je prends mon sac et je jette quelque chose à habiller dedans, la casquette sur la tête, je n'ai pas besoin grand-chose, pour ne pas rester stocké, je vais aller voyager, c'est une bonne possibilité d ouvrir son esprit et comprendre la vie, c'est une bonne possibilité d ouvrir son esprit et comprendre la vie. “

Mittwoch, 8. Juli 2009

Wieso weltwärts, warum Vietnam?

Als ich mit meiner lieben Semra Anfang 2008 eine Zeit lang im AGOHELD Waisenhaus in Addis Abeba, Äthiopien arbeitete wurde mir klar, dass ich einen Freiwilligendienst machen möchte und nicht einfach nur Work and Travel oder ähnliches. Da kam das Programm "weltwärts" des BMZ gerade recht, ich bewarb mich und landete schließlich beim ded, wo ich mich für einen Einsatzplatz in einem der zahlreichen Länder entscheiden musste. Ich wäre zwar sehr gerne wieder nach Äthiopien gegangen um alte Freunde wiederzutreffen, entschied mich aber dann letztendlich gegen Afrika um Neues zu entdecken. Da Lateinamerika wegen der Sprache nicht in Frage kam und ich noch nie in Asien, zumindest nicht im nichttürkischen Teil war, suchte ich vor allem nach Projekten in Kambodscha, Nepal und Vietnam. Letzteres interessierte mich dann doch am meisten, alle drei Projekte für die ich mich entschied waren dort und ich bekam schließlich meine Erstwahl, Verkauf und Marketing bei Reaching Out in Hôi An.

So und für alle die es interessiert: Das sind einige Berichte, die mein Schwesterherz und ich geschrieben haben, nachdem wir wieder in Deutschland waren:

Im Februar des Jahres 2008 machten wir uns auf, um ein Land kennen zu lernen, welches wir zuvor nur von Erzählungen kannten: Äthiopien. Um die deutsch-äthiopische Freundschaft zu fördern, trafen wir dort mit Partnerschülern zusammen, die nach einer herzlichen Begrüßung von sich, ihrem Leben, ihrer Welt und dem äthiopischen Alltag berichten mussten und auch einiges über das Heimatland ihrer neu gewonnenen Freunde erfahren durften. Es wurden nicht nur gemeinsame Projektbesuche, Spaziergänge und Ausflüge unternommen, die äthiopischen Schüler luden sogar zu Hausbesuchen ein, was von ihren Partnern mit großer Begeisterung wahrgenommen wurde. Dies war eine sehr interessante Erfahrung, da der äthiopische Lebensstandard nicht unserem entspricht und es doch etwas ganz anderes ist, ein Land über seine Einwohner und nicht nur durch das Hotel kennen zu lernen. Nach einer Abschiedsfeier mit viel Essen, Tanz und Musik hieß es dann Wochen später: „dehna hunu“, auf Wiedersehen. Man versprach sich fleißig E- Mails zu schreiben und in Kontakt zu bleiben und hoffte natürlich auf ein baldiges Wiedersehen.

Während einige von uns in der German Church School Workshops für die Ärmsten der Armen gaben, versuchten andere wiederum, sich selbst in Projekte einzubringen und einen kleinen Teil zu deren Optimierung beizutragen. So arbeiteten manche mit Straßenkindern oder Behinderten zusammen, wohingegen wir, Semra und Tamara, die Ehre hatten, in einer für uns ganz besonderen Einrichtung zu arbeiten, von der wir nun erzählen werden:

Im Jahre 1980 wurde in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba von der damals 42- jährigen Abebech Gobena das Waisenhaus „Agoheld“ gegründet. Dieses besteht aus Wohnräumen für elternlose Kinder, einer Schule, einem Krankenhaus sowie Kochräumen, welche für die Ausbildung junger Frauen benötigt werden. Aus der selbstlosen Hilfe für anfangs nur wenige Straßenkinder wurde nur zwei Jahrzehnte später eine sehr erfolgreiche Hilfsorganisation, die unter anderem von Karl-Heinz Böhms „Menschen für Menschen“ unterstützt wurde. Heute steht die Organisation zwar auf eigenen Beinen, dennoch freuen sich die Mitarbeiter und Kinder über Kleider-, Schuh-, Spielzeug- und Geldspenden sowie Patenschaften und Adoptionen.

Stifte, Papier, Fußbälle, Servietten, Bonbons, Gummibärchen, Kuscheltiere, und und und... das alles brachten wir aus Deutschland mit, unsere Koffer waren bis zum Anschlag gefüllt.
Doch das wichtigste für die Kinder waren letztendlich doch WIR.
So schüchtern und zurückhaltend sie am Anfang waren, desto herzlicher spielten sie die nächsten 2 Wochen mit uns. Bei den morgendlichen Begrüßungen hatten wir prompt fünf Kinder an jeder Hand, eins auf dem Arm und zwei an den Beinen.
Obwohl einige kein Englisch sprachen, kamen keine Verständigungsprobleme auf. Dies lag daran, dass jedes Kind Zeichensprache versteht und Blumen, Katzen oder Fußbälle in Deutschland wie in Afrika gleich aussehen.
Weil zu der Zeit unseres Praktikums Ferien waren, mussten sich die Waisenkinder selbst beschäftigen. Da kamen wir also gerade recht, um ihnen die Tage ein bisschen zu verschönern.
Neben der Arbeit mit den Kindern hatten wir noch die Möglichkeit, mit den jungen Frauen traditionell zu kochen (Injera backen) und in das afrikanische Krankenhausgeschehen Einblick zu bekommen (HIV-Tests auswerten). Letzteres gestaltete sich allerdings schwierig, da die dortigen Ärzte nur „professionelle“ Hilfskräfte akzeptierten.
Die meiste Zeit waren wir also bei den Kindern, denn hier konnten wir wirklich etwas bewirken. Wir brachten ihnen, so gut es ging, ein paar englische und deutsche Wörter bei. Sie zeigten uns, wie man unsere Namen auf Amharisch, der äthiopischen Landesprache schreibt. Wir spielten mit ihnen „Der Fuchs geht um“ und sie brachten uns wiederum diverse äthiopische Kinderspiele bei.
Eines unserer persönlichen Highlights war es, den Kinder zu erklären, dass weder unsere Haut auf sie abfärbt noch ihre abwaschbar ist. Daraufhin kamen alle angerannt, um auf unserem Arm rumzudrücken und zu schauen, ob ihre Haut auch wirklich nicht heller wird. Weniger erfreulich war dies jedoch für die „Sonnenbrandgeschädigten“ unter uns!
Wir malten mit ihnen, bastelten Seerosen aus Servietten und ließen sie deutsche Kinderlieder singen. Es war schön zu sehen wie fleißig sie lernten und wie schnell sie alles begriffen. Ihr Ehrgeiz war groß und somit waren wir Praktikanten immer aufs Neue motiviert, morgens in den Bus zu steigen, der uns in das Waisenhaus brachte. Während der ganzen Zeit betreute uns Meseret, eine Mitarbeiterin von Abebech sehr herzlich. Sie organisierte ein Taxi, damit wir nach dem Praktikum wieder zurück ins Hotel kamen oder teilte ihr Mittagessen mit uns. Sie kümmerte sich um uns, als ob wir ihre Kinder wären. Zum Abschied gab sie jedem eine Kette, damit wir sie und Äthiopien nie vergessen. Wir bezweifeln, dass wir diese Frau je vergessen könnten.
Somit vergingen die Tage sehr schnell, zu schnell! Denn nachdem wir uns in dem internen Laden des Waisenhauses mit Bildern, Lampen und Trommeln, die von den Kindern selbst bemalt wurden, eingedeckt hatten, mussten wir uns auch schon wieder von den Mitarbeitern und Kindern verabschieden.
Natürlich hatte man alle Kinder auf ihre eigene Weise sehr lieb gewonnen, doch es gab einige, von denen man sich nur sehr schweren Herzens trennen konnte. Da waren unter anderem Sara und Lasab, unsere zwei Süßen. Als die beiden anfingen zu weinen, konnten auch wir die Tränen nicht mehr zurückhalten.
Doch wir glauben, einen besseren Abschied konnten wir nicht haben, denn lieber ist man ein wenig traurig, als zu gehen und zu wissen, dass die Kinder froh sind, dass man wieder weg ist.
Unser persönliches Fazit ist, dass der Körperkontakt gerade hier sehr wichtig war.
Ihnen zu zeigen, dass man sich nicht vor ihnen ekelt oder Angst hat, obwohl einige Aids hatten und andere behindert waren, ließ die kleinen Gesichter erstrahlen. Und glaubt uns, ein Lächeln von diesen Kindern zeigt einem wie wichtig persönliche Kontakte auf internationaler Ebene sind. Denn diese Erfahrung kann uns, und auch den Kindern dort, keiner mehr nehmen!

Das Glück hat 16 Kilogramm, so schrieb Herr G. von „Stiftunglife wir helfen Kindern“ im Dezember 2007.
Und weiter: „Wenn Glück sich nach Gewicht berechnen ließe, dann hätte ich jetzt mehr. Gerade erhalte ich die Nachricht aus Äthiopien, dass Lasab in den letzten acht Wochen eineinhalb Kilogramm zugenommen hat. Ich glaube, das wird mein schönstes Weihnachtsgeschenk.“
Während unseres Aufenthaltes unterrichtete ich Lasab, ein acht-jähriges Mädchen in Deutsch und eines Tages besuchte uns Herr G. in unserem Hotel, der Mann, der ein ganzes Jahr mit Lasab verbrachte und uns ihre unglaubliche Lebensgeschichte erzählte.
Im Jahr 2006 - damals lebte das Mädchen noch bei seinen Eltern in einem kleinen Dorf in Äthiopien – klagte Lasab über immer schwerwiegendere Schmerzen in ihrem Arm, sie konnte die Wasserkrüge nicht mehr tragen. Eines Tages machte ihr Vater sich mit ihr auf und sie wanderten tagelang um das nächste Krankenhaus zu erreichen, doch dort wurde ihre Hoffnung zerschlagen: Der Arzt gab an, nichts für die acht-jährige tun zu können. Der Vater war äußerst wütend und bestand darauf seine Tochter zum Sterben mit nach Hause zu nehmen. Doch Lasab gehört zu den Mädchen, die Glück im Leben haben, ein Arzt aus Deutschland meldete sich und holte sie zu sich um ihr das Weiterleben zu ermöglichen.
Mit ihrem eigenen Dolmetscher, Teddy, machte sie sich auf eine weite Reise in ein fremdes, sehr weit entwickeltes Land, in dem sie die wohl aufregendste Zeit ihres bisherigen Lebens verbrachte. Und wohl auch die wichtigste, denn sie konnte den Tumor bekämpfen. Zwar verlor sie dabei ihren rechten Arm, dafür gewann sie aber das Leben!
Auch darüber hat Herr G. einen Artikel verfasst:
„Lasab wird leben“
„Das war eine große Besetzung heute Nachmittag: Alem, Lisa, Rüdiger und Jürgen waren in der in der Haunerschen Kinderklinik eingeladen. Frau Dr. Schmid hat Ihren medizinischen Abschlußbericht vorgelegt. Teddy hat übersetzt, Frau Vogel hat uns begleitet. Eine ganze Stunde lang musste Lasab draußen warten - sie versteht inzwi-schen so viel Deutsch, dass wir sie bei solchen Gesprächen nicht dabei haben wol-len, bis wir uns sicher sind, dass alles gut wird. Dann kamen viele glänzende Gesich-ter aus dem Raum. Erleichterung und Vorfreude: in vier Wochen geht es wieder nach Hause. Die medizinische Behandlung ist erfolgreich abgeschlossen. Alle Werte sind gut und stabil. In den nächsten Wochen gibt es noch ein paar Kontrollen - dann wird der Katheder gezogen, dann geht es Heim. Alem und Lasab werden zum Millennium Zuhause sein - mit guten Aussichten für das neue Jahrtausend.“
Da sie in dem Dorf ihrer Eltern nicht die Möglichkeit gehabt hätte zur Schule zu gehen, lebt sie nun in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens in dem Waisenhaus von Abebech Gobena. Ihre Eltern besuchen sie regelmäßig und Freunde hat sie auch schon gefunden, vor allem die Babys haben es ihr angetan.
Allerdings ist allen klar, dass eine Frau mit nur einem Arm in Afrika kaum eine berufliche Perspektive hat. Aus diesem Grund möchte Herr G., dass Lasab ihr Deutsch nicht verlernt sondern verbessert, um später für die deutsche Botschaft oder „Menschen für Menschen“ arbeiten zu können.
Im Laufe der Wochen die wir mit ihr verbringen durften, taute das kleine schüchterne Mädchen auf, wir lasen, malten, hörten deutsche Kinderlieder und lachten. Wir spielten Spiele und machten Spaziergänge, wir wurden Freunde.
Außerdem lernte Lasab viele neue Ausdrücke. Einen davon benutzte sie am Abschiedstag, wenn auch nicht ganz richtig ausgesprochen: „Ich hab dich lieb“.

Meseret (die schwarze Frau auf dem Bild =P) schrieb mir eine E-Mail und ich glaube sie wollte sagen, dass Lasab nicht mehr im Waisenahus wohnt, sondern auf eine Privat- schule geht. Oder so. Eng- lisch unver- ständlich ;))